14. Oktober 2022
Wirtschaft

Ehrung für langjährig Beschäftigte

Kreishandwerkerschaft überreicht Urkunden für Treue

Das Foto zeigt die geehrten Beschäftigten aus Innungsbetrieben. Viele Firmen ehren zudem im eigenen Rahmen. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg, Claudius Nitschke (r.), und Kreishandwerksmeister Martin Bauermeister (2.v.l.) übergaben die Urkunden. Foto: Erik Beyen

Helmstedt (eb). „Die Zeit bleibt nie stehen“, sagt Kerstin Krenge. Seit 40 Jahren ist sie schon Gesellin im Friseurhandwerk, seit fast knapp 20 Jahren ihrem Betrieb, dem Salon „Bei Christian“ in Helmstedt, treu.

Dieser Tage ehrte die Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg langjährig Beschäftigte aus Innungsbetrieben in Helmstedt und Wolfsburg. Treue sowohl zum Beruf als auch zum Betrieb, das sei in diesen Tagen keine Selbstverständlichkeit mehr, erklärte Kreishandwerksmeister Martin Bauermeister. Die Kreishandwerkerschaft übernahm sie sozusagen stellvertretend für die Unternehmen, die mit der Ehrung ihren Beschäftigten Wertschätzung entgegen bringen wollen. Die Urkunden überreichten Bauermeister und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg, Claudius Nitschke.

Bauermeister betonte die industrielle Konkurrenz, die das Handwerk in Wolfsburg und der Region hat. Vor diesem Hintergrund sei die Betriebstreue der an diesem Abend Geehrten besonders hervorzuheben. Allerdings zeichne sich ein Handwerksbetrieb in aller Regel durch ein fast familiäres Betriebsklima aus. Man kenne sich und empfinde füreinander Verantwortung.

Das familiäre Verhältnis hält Kerstin Krenge in ihrem Betrieb, wie sie erklärte. „Ich kannte weder meinen Chef noch meine Chefin, als ich angefangen habe. Aus Mitarbeiterschaft ist Freundschaft geworden“, sagt sie. 40 Jahre Gesellin – Meisterin habe sie nie werden wollen, denn: „Ich bin ganz froh, dass ich meinen Lohn regelmäßig bekomme und selber nicht auszahlen muss“, schmunzelt sie. Ihre Kollegin und Chefin, Claudia Nause, ist seit 25 Jahren im Salon ihres Mannes tätig. An diesem Abend blicken die beiden für einen Moment zurück: „Damals fanden noch Bälle statt“, erzählt Kerstin Krenge mit einem weiten Blick in die Vergangenheit, „da standen die Damen samstags Schlange vor dem Salon, weil sie ihre Hochsteckfrisuren hatten.“ „Dieses Frisuren konnte niemand selber hinbekommen“, ergänzt ihre Kollegin. Echte Kunstwerke seien das gewesen. Das habe sich drastisch geändert: „Heute kennt kaum mehr einer einen Toupierkamm für mehr Volumen“, meint Nause. Die Frisuren seien einfacher geworden, und Youtube der neue Lehrmeister. „Schlicht, und irgendwie sonst nichts mehr.“ Die Leute könnten das alles selber, in gewissen Grenzen, verstehe sich, denn tatsächlich, das schiebt Christian Nause, der Chef der beiden Damen ein, gebe es mehr Salons als je zuvor, ganz abgesehen von den Barbieren, deren Zahl zunehme.

An diesem Abend blickten nicht nur die beiden Friseurinnen zurück. An den Tischen entstanden gesellige Runden. Genau das sei der Charakter einer solchen Ehrung, erklärte Claudius Nitschke.

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