15. April 2022
Gesundheit

Vorsorge für die eigene Beerdigung

Mit einem Bestattungsvorsorgevertrag ist das möglich

Ursula Schroeder hat gern die Fotos von Ehemann Horst, den Töchtern, beiden Enkeln und der Urenkelin um sich. Foto: Umsorgt wohnenUW

Vor fünf Jahren haben sich Ursula und Horst Schroeder dazu entschieden, die Details ihrer Bestattungen selbstbestimmt festzulegen und Vorsorgeverträge bei einem Beerdigungsinstitut abzuschließen. Die Idee dazu kam von Tochter Angelika.

„Es ging uns gut, deshalb konnten wir das Thema vollkommen entspannt angehen“, erinnert sich Ursula Schroeder. Die 91-Jährige hat sich einen weißen Sarg ausgesucht, auf dem bei der Trauerfeier weiße und rote Rosen liegen sollen.

Sie möchte schick angezogen sein. Ein Trauerredner ist bestellt, das Vaterunser soll gesprochen werden, und die Musik ist auch schon ausgesucht: das Ostpreußenlied „Land der dunklen Wälder“, „Gute Nacht, Freunde“ und „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“. Ins offene Grab sollen Blumen nachgeworfen werden. Die Eltern werden ihre endgültige Ruhe neben ihrer vor 13 Jahren verstorbenen Tochter Monika finden.

Das Thema hat auch einen finanziellen Hintergrund: „Im Pflegefall wäre unser Erspartes schnell aufgebraucht. Das Geld, das wir für unsere Beerdigung ausgegeben haben, kann uns jetzt keiner mehr wegnehmen“, erklärt Ursula Schroeder. Es ist laut Bundessozialgericht unpfändbar. Bei den Vorsorgeverträgen ist zu beachten, dass das Beerdigungsunternehmen eine Preisgarantie übernimmt und eine Bankbürgschaft anbietet, damit das Geld bei einer Insolvenz des Bestatters nicht verloren geht.

Nach dem Tod von Horst Schroeder berichtet die Witwe: „Elf Monate habe ich bei meinem Mann am Bett gesessen und ihn begleitet. Ich war am Ende, hätte nicht mehr die Kraft gehabt, mich um die Beerdigung zu kümmern.“ Und wie geht es ihr heute? „Es ist gut, dass mein Mann gehen durfte, denn er ist erlöst worden. Aber ich muss das Lachen wieder lernen, sagt meine Tochter.“

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