5. Februar 2022
Wirtschaft

Es rollt wieder Müll durch das Revier

Energy from Waste hat nach 15 Jahren wieder einen Vertrag mit Braunschweig geschlossen

Abfahrt des ersten Abfalltransports in die TRV Buschhaus im Helmstedter Revier: Michael Meinhardt, Geschäftsführer Regiobahn Bitterfeld Berlin GmbH (RBB), Bernard M. Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung von EEW Energy from Waste, Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum und Matthias Fricke, Geschäftsführer bei ALBA Braunschweig GmbH (v.l.n.r.).  Foto: EEW / Gercke

Helmstedt. Grünes Licht für einen ökologischen Transport. Am Mittwoch rollte der erste Restmüll per Zug von Braunschweig über eine wiederbelebte Bahntrasse im Helmstedter Revier zur Thermischen Restabfall-Vorbehandlungsanlage (TRV) Buschhaus. Betreiber Energy from Waste (EEW) hatte bereits 2020 eine entsprechende Ausschreibung der Stadt Braunschweig für die jährlich 48 000 Tonnen Abfall gewonnen. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zunächst Ende 2030 und kann von der Stadt verlängert werden.

„Erstmals seit 15 Jahren fährt wieder ein Containerzug mit Restabfällen der Stadt Braunschweig ins Helmstedter Revier“, sagt Bernard M. Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung von EEW, und ergänzt: „Wo immer es sinnvoll und möglich ist, setzen wir auf Alternativen zur Straße.“ Für die Region Helmstedt können damit bis zu 4000 zusätzliche LKW-Fahrten pro Jahr vermieden werden, rechnet EEW vor.

Die Strecke von der Braunschweiger Deponie Watenbüttel nach Helmstedt wird vom Schienenlogistiker Captrain betrieben. Drei Züge pro Woche sollen künftig fahren. „Als Full-Service-Anbieter auf der Schiene sind wir ein verlässlicher Partner in der Region. Unsere Transporte sind außerdem zukunftsweisend, denn die Schiene ist der umweltschonendste Verkehrsträger“, sagt Tobias Zug, Key Account Manager bei Captrain.

Entladen werden die Waggons vollautomatisch. „Dafür haben wir noch einmal ordentlich in die Zukunft investiert und das bestehende Containerterminal auf den neuesten Stand gebracht“, sagt Ralf Meyer, Produktionsleiter der TRV Buschhaus.
Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Kornblum freute sich, dass mit dem neuen Vertrag drei Dinge gelungen seien: „Zum einen bleibt die Entsorgungssicherheit gewährleistet. Zum anderen erfolgt der Transport der rund 48 000 Tonnen Restmüll aus Braunschweig weiterhin umweltverträglich auf Schienen. Und zudem trägt der neue Vertrag auch maßgeblich dazu bei, dass 2022 eine Gebührensenkung von 4,5 Prozent bei der Abfallentsorgung möglich wird.“ Bisher waren die Restabfälle in Staßfurth verbrannt worden, der Vertrag war am 31. Januar ausgelaufen.

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