18. Dezember 2021
Sport

Schiele grübelt über sein System

Eintracht-Trainer aufgrund von Verletzungen zu Umstellungen gezwungen

Danilo Wiebe, hier gegen Meppen, verteidigte zuletzt auf der rechten Seite. Heute fällt er verletzungsbedingt aus. Foto: Sebastian Priebe/regios24

Braunschweig (red). Die Aufgabe ist nicht einfach, aber Michael Schiele hat sich ein paar Gedanken gemacht, wie er sie lösen will. „Wir können es wie in der zweiten Hälfte gegen Köln machen oder wir nehmen Luis Görlich, der Rechtsverteidiger ist“, sagt der Trainer von Eintracht Braunschweig zu seiner Problemzone auf der rechten Abwehrseite.

Dort fallen mit Maurice Multhaup und Danilo Wiebe jene zwei Spieler verletzt aus, die bei den Drittliga-Fußballern diese Position bisher ausfüllten. Wiebe hat zuletzt beim Auswärtssieg bei Viktoria Köln noch als Rechtsverteidiger begonnen, musste aber wegen eines Muskelfaserrisses ausgewechselt werden. Für ihn kam Lasse Schlüter, der auf seine angestammte linke Seite in der Viererkette wechselte. Niko Kijewski, ebenfalls ein Linksfuß, wechselte dafür nach rechts und übernahm Wiebes Aufgaben. Das ist für Schiele also auch für das Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern eine Option, genauso wie die Möglichkeit mit Görlich, der bisher aber nur wenig Erfahrung in der 3. Liga sammeln konnte.

Eine komplett andere Variante, die sich auf die komplette Eintracht-Struktur auswirken würde, wäre ein Systemwechsel. Und auch darüber hat Schiele genau nachgedacht, wie er bestätigte. „Wir können auch problemlos eine Dreierkette mit offensiven Außenverteidigern spielen. Dann hätten wir den Gegner wahrscheinlich auch gespiegelt“, sagt der Eintracht-Coach mit Blick auf die erwartete Formation der Gäste, die ebenfalls oft mit einer Dreierkette in der Abwehr agieren. Sollte sich Schiele so entscheiden, dürfte wohl Innenverteidiger Philipp Strompf sein Startelf-Debüt in der 3. Liga geben.

Ein weiterer Vorteil dieser Variante: Sie verträgt sich auch gut mit einer Umstellung auf eine doppelte Sturmspitze in einem 3-5-2-System. Mit zwei Stürmern hatten die Braunschweiger in Köln nach einem Rückstand die Wende eingeleitet. Lion Lauberbach, zunächst in vorderster Angriffsfront auf sich allein gestellt, erhielt Unterstützung von Luc Ihorst. Bereits zwei Minuten nach dieser Umstellung sorgte eine Kombination von beiden Akteuren für ein Tor. Vielleicht ist das Topspiel gegen Kaiserslautern der perfekte Anlass, um Lauberbach und Ihorst erstmals gemeinsam beginnen zu lassen.

Eine weitere Baustelle, über die sich Schiele zumindest für das Spiel gegen Kaiserslautern Gedanken machen muss, ist das offensive Mittelfeld. Der zuletzt stark aufspielende Bryan Henning sah in Köln seine fünfte gelbe Karte. Enrique Pena Zauner und Martin Kobylanski stehen als Ersatz für die Zehnerposition bereit. Auch hier würde ein 3-5-2-System vielleicht eher von Vorteil sein. Noch ein Grund für Schiele, seine taktische Grundformation im letzten Spiel des Jahres 2021 zu ändern. Aber auch nach der Winterpause muss der Coach wahrscheinlich flexibel bleiben. Brian Behrendt, Robin Krauße und Michael Schultz stehen alle bei vier gelben Karten in der Saison – beim gelben Karton Nummer 5 sind sie gesperrt.

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