21. November 2021
Allgemein

Fällt jetzt der Deutschlandrekord?

Der Museumsverein Grasleben hat Großes vor und sucht Menschen mit Zählwut

Gabriele und Heinrich Lohrengel vom Museumsverein. Mehr als 10000 Salzstreuer zählt ihre Sammlung inzwischen. Mit 4190 unterschiedlichen Exemplaren wollen sie nun den Deutschlandrekord anmelden. Foto: Erik Beyen

Grasleben. Da sage noch einer, die Gemeinde Grasleben sei in der Welt ein unbekannter Ort. Hunderte Menschen weltweit sammeln bisher für den Museumshof Salzstreuer. Ihr Ziel: In der Salzgemeinde soll die größte Sammlung eingerichtet werden.

Bis dahin ist es zwar noch ein Stück Arbeit, aber: „Wir beantragen jetzt den Deutschlandrekord“, so Gabriele und Heinrich Lohrengel vom Verein „Der Markgrafsche Hof, Museum Grasleben“.

Rund 10 000 Exemplare

Die beiden haben die Salzstreuersammlung als Nebenprodukt der Museumsarbeit begonnen. Das war 2004. Inzwischen bringen sie es auf mehr als 10 000 Exemplare. „Wir haben noch lange nicht alle Streuer katalogisiert“, so Gabriele Lohrengel. Ihr Mann Heinrich ist für das Zählen, Katalogisieren und Selektieren zuständig. Nach Abzug der doppelten und ungültigen Exemplare, wie etwa Pfefferstreuer, hat er inzwischen 4190 Salzstreuer gezählt und inventarisiert. „Das reicht für den Deutschlandrekord“, sind sich die Lohrengels sicher.

Grünes Licht aus Hamburg

Zuständig für solche Rekorde ist das Rekord-Institut für Deutschland in Hamburg. Von dort sei grünes Licht gekommen, was die Zahl der Streuer angeht. Wo der bisherige Rekord liegt oder ob es schon einen gibt, verriet das Institut demnach nicht. Wohl aber stellte es Bedingungen, die den Rekord absichern sollen. „Wir suchen zwei Personen, die die Anzahl der Streuer bestätigen“, so Heinrich Lohrengel. Ausdrücklich seien damit weder Träger öffentlicher Mandate, also Amtspersonen, noch Mitglieder des Museumsvereins gemeint. Heißt: Otto und Frieda Normal sollen den Rekord authentifizieren.
Wer also bis 4190 zählen kann, wäre prädestiniert für diese Aufgabe und Teil einer großen Geschichte, die fortgeschrieben werden will.

Bundesweit Beachtung

Die bundesweite Presse ist längst auf die Salzstreuersammlung aufmerksam geworden. Eine glückliche Fügung für die Initiatoren, die Grasleben als Salzgemeinde – immerhin wird dort seit über 100 Jahren Salz unter Tage abgebaut – über die Gemeindegrenzen hinweg in alle Munde bringen wollen.
Kein Wunder also, dass komplette Sammlungen letztlich im Museum gelandet sind. Von 427 Exemplaren bis hin zu 5000 Streuern samt Zubehör sind aus Bremerhaven, Leverkusen, München, Gießen und Ahlen nach Grasleben gebracht worden.
„Diese Sammlungen enthalten auch doppelte Exemplare“, so Gabriele Lohrengel. Einige Streuer haben gut verpackt sogar den Weg aus Amerika nach Grasleben gefunden. „Wir mussten dafür zum Zoll und kannten zunächst den Grund gar nicht“, schmunzelt Lohrengel. Insgesamt schätzen die beiden Initiatoren stecken in der großen Sammlung an die 320 Einzelspenden.

Nächste Etappe: Europarekord

Und so soll es nach Möglichkeit weitergehen, denn: Nach dem Deutschlandrekord ist der Europarekord das nächste Etappenziel auf dem Weg zum Weltrekord. Der liegt übrigens bei 20 000 Salzstreuern. Ein Klacks, wenn möglichst viele Menschen weiterhin kräftig sammeln. Wer den Deutschlandrekord bestätigen möchte, meldet sich bei Gabriele und Heinrich Lohrengel unter Telefon 05357/587 oder via E-Mail an kontakt@museumgrasleben.de.

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