20. November 2021
Sport

Zurück in den Wettkampfmodus

Eintracht: Nach Länderspielpause und Vereinsquerelen steht wieder der Liga-Alltag an

Eintracht-Sportdirektor Peter Vollmann hofft, dass das Beben auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche keine Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaft hat. Foto: Sebastian Priebe/regios24

Braunschweig (red). Erstmals seit Ende Oktober greift Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig wieder in den Pflichtspielbetrieb ein. Zuletzt verlor die Mannschaft von Cheftrainer Michael Schiele mit 1:2 im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Das Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers eine Woche später wurde wegen einiger Corona-Fälle beim Gegner kurzfristig abgesagt.

Nun wird es wieder ernst. Am Samstag (14 Uhr) stellt sich Türkgücü München im Stadion an der Hamburger Straße vor. Geraten die zuvor ordentliche auftretenden Löwen nun aus dem Tritt? Führungsspieler Jannis Nikolaou glaubt das nicht. „Wir hatten in dieser Saison schon einmal einen ähnlichen Fall mit der damaligen Spielabsage in Freiburg. Das Spiel wurde letztlich auch unter der Woche nachgeholt. Wir haben einen Kader, mit dem wir immer wieder nachlegen können. Ich glaube, da müssen wir uns keine Gedanken machen. Wir haben kaum Verletzte, auch Luc Ihorst kommt zurück. Das hilft in solchen Phasen natürlich immer“, so der Mittelfeldspieler.

Auf die sportliche Entwicklung der Drittliga-Fußballer könnte sich auch der Zwist im Verein auswirken. Bei der Mitgliederversammlung am Freitag vor einer Woche wurde Präsident Christoph Bratmann nicht wiedergewählt, die restlichen Anwärter für das Präsidium zogen daraufhin ihre Kandidatur zurück. Bratmann hatte wenig später angekündigt, nicht wieder kandidieren zu wollen. Der Verein muss innerhalb weniger Wochen ein neues Personaltableau präsentieren. Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann will gegenüber der Braunschweiger Zeitung nicht ausschließen, dass das Thema in den Köpfen der Spieler hängenbleibt. „Man sollte das nicht überdramatisieren, aber ich habe am Freitag bei der Mannschaft, die die Jahreshauptversammlung zusammen verfolgt hat, schon ein paar sorgenvolle Gesichter gesehen“, sagt er. Vollmann ist sich sicher: „Spurlos wird das alles an der Mannschaft nicht vorbeigehen. Wie bei allen anderen Angestellten des Vereins herrscht bei ihr nun natürlich eine gewisse Unsicherheit.“

Doch der Fokus liegt gewiss auf der nächsten Begegnung, die Mannschaft bereitete sich in dieser Woche akribisch vor. Der Gegner ist Tabellenzwölfter in der Liga – und hat schon einmal in dieser Spielzeit den Trainer gewechselt. Peter Hyballa, der einst im Nachwuchsbereich des VfL Wolfsburg arbeitete, ersetzte Ex-Bundesliga-Spieler Petr Ruman. Unter dem neuen Coach gab es in sechs Ligaspielen vier Niederlagen und zwei Siege. Unterschätzt werden sollten die Bayern jedoch nicht. „Türkgücü hat eine sehr hohe individuelle Qualität. Sie spielen unter dem neuen Trainer ein hohes Pressing, dafür ist Hyballa bekannt“, sagt Schiele, der für seine Mannen eine klare Marschroute vorgibt. „Wir wollen hier punkten, wollen den Sieg holen. Dafür müssen wir die Fehler abstellen und die Tore vorne machen.“ Gleichwohl weiß der 43-Jährige aber um die Herausforderung, nach mehreren Wochen ohne Pflichtspiel, wieder in den Wettkampfmodus zu schalten.

Auch interessant