9. Oktober 2021
Gesundheit

Ein gutes Altenheim finden

NB-Pflegeserie "Älter werden - aktiv bleiben"

Einrichtungsleiterin Sabine Riediger (links) hat einen Kleingarten gepachtet. Im Herbst wird Kürbis geerntet, die Bewohner kochen daraus eine leckere Suppe. Foto: Umsorgt wohnen

Bei der Suche nach einem Altenheim ist eine Vorstellung davon hilfreich, was gute Pflege überhaupt ausmacht. Altenpfleger, Auszubildende, Betreuungskräfte, Ärzte, Therapeuten, Hospizmitarbeiter und Palliativmediziner üben mit Kreativität und Herzblut ihren Beruf aus.

Das Team ist den Neuankömmlingen zunächst beim Einleben behilflich. Manchmal erzählen Bewohner wehmütig, dass sie ihre Wohnung aufgeben mussten. Die Altenpflegehelferin oder der Seelsorger hören zu, ohne die Situation schönreden zu müssen. Sie sind „Blitzableiter“, wenn etwa den Kindern die Schuld für den Umzug ins Heim gegeben wird. Diese Gespräche bieten die Chance, die neue Lebenssituation für sich persönlich zu sortieren und den Kopf für einen Neuanfang freizubekommen.

In den ersten Wochen wird in Absprache mit den Ärzten geprüft, ob Medikamente – insbesondere Psychopharmaka gegen Angstzustände, Schlaf- und Schmerzmittel – schrittweise abgesetzt werden können. Die Familie ist oft überrascht, dass der Angehörige plötzlich wieder am Leben teilnimmt und beim Singen, Tischdecken oder Kraft-Balance-Training mitmacht. Große Erfolge erleben alle Beteiligten, wenn Demenzkranke, die zu Hause noch nachts aktiv waren oder häufig weggelaufen sind, durch den geregelten Tagesablauf in ihrer Wohngruppe wieder mehr zur Ruhe kommen.
Viele Einrichtungen bieten ein individuelles Angebot: So haben sich im Umgang mit altersverwirrten Bewohnern Hunde, Katzen und Kaninchen als gute „Hilfstherapeuten“ bewährt, weil sie Sicherheit und Vertrauen geben. Andere Häuser setzen auf die Naturmedizin – etwa um bei einer Bewohnerin mit Arthritis in den Händen durch Kneippsche Bäder eine Linderung der Schmerzen zu erreichen.
Über diese Qualitäten können die nötigen Informationen rechtzeitig vor einem Umzug zusammengetragen werden. Auch Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen wissen oft über im Altenheim lebende Angehörige zu berichten – sie können am besten beurteilen, wie gut vor Ort gepflegt wird. Außerdem sollte die Kurzzeit- und Verhinderungspflege im Altenheim genutzt werden, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn der sonst pflegende Angehörige Urlaub machen möchte. Auch bei dieser Gelegenheit erfährt die Familie etwas über die Qualität der Pflege und Betreuung im Altenheim.

Zur Reihe

Mit dem Pflegekompass im Alter auf Kurs bleiben
Wie organisiere ich Pflege und Betreuung zu Hause? Kommt eine Seniorenwohnung für mich infrage? Wie finde ich ein gutes Altenheim? Was kostet die Pflege? Es sind Fragen wie diese, mit denen sich die meisten Menschen früher oder später beschäftigen müssen. Und genau dazu gibt „Der Pflegekompass“, auf dem die NB-Reihe basiert, die Antworten. „Der Pflegekompass“ kostet 19,90 Euro, hat 320 Seiten und ist erhältlich in den Service Centern. Braunschweig: Hintern Brüdern 23, Konzert-Kasse Schloss-Arkaden oder online (4,95 Euro Versandkosten) unter shop.bzv.de .

Der Pflegekompass

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