18. September 2021
Sport

Lions im gefühlten Endspiel

Football: Die Braunschweiger treten heute (16.15 Uhr) im Viertelfinale in Schwäbisch Hall an

Runningback CJ Okpalobi war kaum zu stoppen. Foto: Fabian Uebe

Braunschweig. Wenn die Footballer der New Yorker Lions auf die Schwäbisch Hall Unicorns treffen, handelt es sich normalerweise um die letzte Partie der GFL-Saison. „Wir haben gegen Schwäbisch Hall 2014 bis 2017 und 2019 im Endspiel gestanden“, erinnert sich Lions-Coach Troy Tomlin an zahlreiche heiße Duelle. Vier von fünf Mal gingen die Braunschweiger danach als Sieger vom Feld. So soll es auch heute sein, im Playoff-Viertelfinale bei den Schwaben, das ab 16 Uhr live in Sport1 übertragen wird.

Das Duell der beiden erfolgreichsten deutschen Football-Mannschaften des vergangenen Jahrzehnts weiß gewiss auch im Viertelfinale zu elektrisieren. Die Ausgangslage ist diesmal allerdings eine andere als in den Jahren zuvor. Die Lions um ihren Quarterback Jake Kennedy sind nur Vierter der sechs Klubs umfassenden Nordgruppe geworden und bekommen es mit einem souveränen Süd-Ersten zu tun, der mit zehn Siegen durch die Saison spaziert ist. „Viele halten die Unicorns wahrscheinlich für den Favoriten, wegen des Heimrechts und weil sie ungeschlagen geblieben sind“, glaubt Tomlin, der kämpferisch ergänzt: „Aber wir sind bereit für diese Herausforderung und wollen zeigen, dass wir immer noch der Rekordmeister in Deutschland und im Eurobowl sind.“
Der Heimvorteil der Unicorns ist indes tatsächlich ein Novum, in den genannten Endspielen standen sich die Erzrivalen schließlich stets auf neutralem Grund gegenüber. Und dann ist da noch die sattelfeste Verteidigung der Unicorns, die auch Tomlin nicht kalt lässt. „Sie haben gegen die Saarland Hurricanes, den Zweiten im Süden, 28:0 gewonnen. Das ist beeindruckend. Sie haben immer eine gute Defense.“

In der Offensive zieht bei den Hallern mit Alexander Haupert der Quarterback der deutschen Nationalmannschaft die Fäden.
Um nicht schon mit bleischweren Beinen im Stadion der Süddeutschen anzukommen, ist der Lions-Tross bereits am gestrigen Abend in Richtung Baden-Württemberg aufgebrochen. Anderthalb Stunden von Schwäbisch Hall entfernt bezogen die Braunschweiger ihr Quartier, so dass die heutige Anreise nur noch ein vergleichsweise kurzer Bustrip wird.
Besondere Motivationsarbeit muss Coach Tomlin vor dem ersten Playoff-Spiel nach beinahe zwei Jahren – die Saison 2020 fiel ja der Pandemie zum Opfer – nicht leisten. „Wenn man in den Playoffs noch motiviert werden muss, sollte man vielleicht keinen Sport mehr machen. Die Chance, eine Meisterschaft zu gewinnen, ist ja der Hauptgrund für die ganze Arbeit“, sagt der US-Amerikaner.

Tomlin glaubt, dass seine Mannschaft trotz durchwachsener Saison und der jüngsten 21:33-Heimpleite gegen Köln bereit ist für das große Duell. „Wenn wir fehlerfrei spielen, hart und mit Selbstvertrauen, haben wir eine echte Chance zu gewinnen“, ist er sicher.

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