8. August 2021
Umwelt

„Cool“, was so in der Schunter lebt

17 Kinder auf Entdeckungsreise mit dem Fluss-Fisch-Mobil des Otter-Zentrums Hankensbüttel

Mit Kescher und Plastikwanne machen die Kinder eine Bestandsaufnahme der im Wasser lebenden Tiere. Foto: Erik Beyen

Frellstedt. Enno ist ganz aufgeregt. „Ich kann das Tier gar nicht auf der Liste finden“, sagt er und streckt ein Klemmbrett mit einem Blatt entgegen. Dort sind Wasserbewohner aufgeführt und abgebildet. Nun will der fünf Jahre alte Junge seine Entdeckung, die er eben erst aus der Schunter in Frellstedt geholt hat, abgleichen. Enno ist eines von 17 Kindern, die der Einladung des Naturschutzbundes (Nabu) zur Schunterkabana gefolgt sind.

Dort stand jetzt das Fluss-Fisch-Mobil der Aktion Fischotterschutz vom Otter-Zentrum in Hankensbüttel. Der Fischereibiologe Sören Brose hatte sich zwei Stunden Zeit genommen, um mit den Kindern im Rahmen einer Nabu-Ferienaktion allerlei Wissen über Flüsse, deren Läufe und Bewohner zu vermitteln, alles mit ganz viel Spaß.
Zu Beginn wollte der Profi von seinen kleinen Gästen wissen, welche Tiere sich in und rund um einen Fluss aufhalten und ihn als Lebensraum brauchen. Das Fluss-Fisch-Mobil diente dafür als mobile Tafel. Jedes Tier, vom Fischadler über den Fischotter bis hin zum Bachflohkrebs, hatte Brose als Magnettafel bei sich. Und die Kinder wussten ziemlich genau, welches Tier sich wo aufhält, na ja, fast jedenfalls, denn eine Barbe ist selbst manchem Erwachsenen kein Begriff. Doch dieser Fisch ist ein wichtiger Ansatzpunkt für die Aktion vor Ort, denn die Barbe braucht ein gesundes Fließgewässer. Und darum dreht es sich im, am und um das Fluss-Fisch-Mobil.

Feldversuch mit Kescher und Becherlupe

Die Vögel, Fische und anderen Tiere klebten am Wagen, und der erste echte Feldversuch startete. Mit dem Biologen bauten die Kinder nun in einem Holzrahmen mit Boden sowie Ein- und Auslass einen Flusslauf, einen mit Kurven und Bäumen rechts und links. Sören Brose hatte wirklich an alles gedacht. Da waren selbst die Kinder verzückt, aber: Wo war das Wasser? Gar kein Problem, auch das hatte der Biologe mitgebracht. Es folgten zwei Versuche, unter anderem mit begradigtem Flussbett. Am Ende brachte es der sieben Jahre alte Malte auf den Punkt: „Wenn der Fluss keine Kurven mehr hat, reißt das Wasser alles mit.“ Da könne auch kein Tier mehr drin leben. Sören Brose war zufrieden und läutete Teil drei des kleinen Abenteuers ein.

Anschauungsunterricht am hölzernen Flussmodell

Es ging ins Wasser, mit Kescher, Wasserbehälter und Lupenbecher, nicht ohne die Kinder um Behutsamkeit zu bitten. „Wir holen gleich lebende Tiere aus dem Wasser, die dort auch wieder rein wollen.“ In kleinen Gruppen ging es auf die „Jagd“, und sie wurden fündig: Tim, Oskar und Malte holten zum Beispiel Stichlinge und einen Rückenschwimmer aus der Schunter, Max einen Egel, obwohl der die überhaupt nicht mag. Milla und Till fingen Wasserläufer und einen dreistachligen Stichling. Was da alles in den kleinen Beobachtungsbecken landete. Die Kinder fischten, verglichen, diskutierten und notierten die Anzahl des jeweiligen Fangs. Hätte Sören Brose nicht irgendwann zum Finale geblasen, die Mädchen und Jungen hätten so Stunden verbringen können.
Am Ende kamen alle Tiere wieder zurück in die Schunter, und die Kinder hatten viel, über das sich daheim zu erzählen lohnt. „Ich find’s cool“, sagte der acht Jahre alte Till.“ Er wusste schon ziemlich viel, liegt wohl daran, dass sie daheim auch einen Teich haben – einen „… mit Fröschen, Kröten, Wasserläufern und Fischen.“
Am Rande beobachteten die Gastgeber das Geschehen mit einem Lächeln, Reinhard Wagner von der Nabu-Kreisgruppe Helmstedt und Josefine Beims von der Regionalgeschäftsstelle in Salzgitter.

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