12. Juni 2021
Sport

„Wir sind bester Zweiter aller Zeiten“

Trainer Lerch holt mit den VfL-Frauen die Vize-Meisterschaft in der Frauen-Bundesliga

Nach dem Spiel gegen Werder Bremen verabschiedete sich VfL-Trainer Stephan Lerch (2.v.l.). Foto: Helge Landmann/regios24

Wolfsburg. Die Ära von Stephan Lerch, sie ging mit einem echten Knalleffekt zu Ende – auch wenn die Krönung letztlich ausblieb: Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben am letzten Spieltag den SV Werder Bremen mit 8:0 (5:0) deklassiert und die Saison als Vizemeister abgeschlossen. Denn Spitzenreiter FC Bayern München rettete seinen Zwei-Punkte-Vorsprung ins Ziel und machte mit einem 4:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt den Titelgewinn perfekt.

Die Wölfinnen beendeten die Spielzeit mit 59 von 66 möglichen Zählern und stellten damit einen neuen Vizemeister-Rekord auf. „Ich habe gehört, wir sind bester Zweiter aller Zeiten – darauf kann man auch stolz sein“, meinte VfL-Torhüterin Friederike Abt nach der Partie: „Wir haben die Saison gut und rund abgeschlossen.“

Und vor allem haben die Grün-Weißen damit ihrem scheidenden Coach Stephan Lerch, der zur neuen Saison die U17-Fußballer der TSG Hoffenheim trainieren wird, einen Abschied nach Maß beschert. „Beim Abpfiff war schon ein kleiner bis mittelgroßer Kloß im Hals und auch ein bisschen Wasser in der Augen“, gab Lerch einen Einblick in seine Gefühlswelt: „Es ist schon viel Wehmut dabei.“
Vor seinem Team zog er noch einmal den Hut, wie er es selbst ausdrückte: „Es ist sensationell, was die Mannschaft noch einmal rausgehauen. Natürlich kam uns das frühe Tor entgegen. Und wir haben uns dann ein bisschen in einen Rausch gespielt.“

Sehr zum Leidwesen der Bremerinnen, die im Wolfsburger AOK-Stadion bereits nach nicht einmal 120 Sekunden auf die Verliererstraße geraten waren. Ausgerechnet die Ex-Bremerin Pia-Sophie Wolter brachte den VfL früh in Führung – und dann nahm das Unheil aus Gästesicht seinen Lauf. Ein Eigentor von Reena Wichmann (19.), ein schneller Doppelpack von Ewa Pajor (23., 25.) und ein Kopfballtreffer von Ingrid Engen (40.): Schon zur Pause führten die Wölfinnen klar mit 5:0.

„Heute hat es so viel Spaß gemacht“, meinte Ingrid Engen, die ebenso wie Lena Goeßling, Zsanett Jakabfi, Lara Dickenmann, Friederike Abt und Fridolina Rolfö den VfL verlassen wird. Und auch Zsanett Jakabfi sollte sich mit einem Treffer verabschieden: Die Ungarin machte per Kopf das halbe Dutzend voll – das 6:0 (55.), ein perfekter Abschied. Ewa Pajor (68.) mit ihrem achten Saisontor im erst sechsten Einsatz und Shanice van de Sanden (79.) schraubten das Ergebnis noch in die Höhe. „Es war ein sehr gelungener Abschluss“, fasste Stephan Lerch den letzten Saisonauftritt des DFB-Pokalsiegers und neuen Vizemeisters zufrieden zusammen.

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