5. Juni 2021
Sport

Fußball-Wahnsinn in grün-weiß

VfL-Frauen holten beim Finale in Köln zum siebten Mal in Folge den DFB-Pokal

ubel im Goldregen. Überglücklich stemmen die VfL-Frauen den Pokal in die Höhe. Foto: regios24/Darius

Wolfsburg (jne). Der grün-weiße Pokal-Wahnsinn geht weiter! Bereits zum siebten Mal in Folge haben die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg den DFB-Pokal gewonnen – und wie schon im Vorjahr war das Finale in Köln an Dramatik kaum zu überbieten.

Durch einen Treffer von Ewa Pajor in der 118. Minute setzten sich die „Wölfinnen“ mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung gegen Bundesliga-Konkurrent Eintracht Frankfurt durch und fügten ihrer Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzu. Besonders beeindruckend dabei: Die Wolfsburgerinnen, die während der regulären Spielzeit schon die bessere Mannschaft gewesen waren und Pech bei einem Pfostentreffer hatten, ließen sich auch von einer roten Karte gegen Torfrau Almuth Schult in der 96. Minute nicht aus der Bahn werfen. Nach einer Notbremse gegen Lara Prasnikar wurde Schult völlig zu Recht des Feldes verwiesen und verfolgte die restliche Spielzeit mit Tränen in den Augen von den Rängen. „Ich habe gelitten auf der Tribüne“, sagte die Nationaltorhüterin später und fügte an: „Ich wollte in meiner gesamten Laufbahn nie eine rote Karte bekommen.“

Am Ende war das aber „nur“ noch eine Randnotiz – dank der Treffsicherheit von Ewa Pajor, die mit einem trockenen Flachschuss das drohende Elfmeterschießen noch abwendete und in der 118. Minute das goldene Tor erzielte. „Sie ist halt eine Weltklasse-Spielerin, die sehr schwer zu verteidigen ist“, meinte VfL-Abwehrspielerin Sara Doorsoun und schob nach: „Es ist schon Wahnsinn, was die Mannschaft heute geleistet hat.“

Unglaublich fand es auch VfL-Trainer Stephan Lerch, für den das Spiel ein „Sinnbild der Saison“ war. „Mir fehlen da einfach die Worte. Lange Zeit hat wieder das eine Tor gefehlt. Und als nicht mehr viel im Tank ist, da wächst diese Mannschaft wieder einmal über sich hinaus“, zollte er seinen Schützlingen Respekt.

„Acht Pokal-Triumphe, davon sieben in Folge, sind eine Leistung, die nicht genug gewürdigt werden kann“, hob Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs hervor, der zu den vielen prominenten Gratulanten gehörte.

Imposante Bilder boten sich den Fußballfreunden auch bei der Siegerehrung: Die verletzte und erst kürzlich operierte VfL-Kapitän Alexandra Popp machte sich auf Gehhilfen auf den Weg zur Siegerehrung – als letzte Spielerin des alten und neuen Pokalsiegers. Und gemeinsam mit Almuth Schult stemmte sie die Trophäe im „Goldregen“ von Köln in die Höhe und hüpfte auf einem Bein mit ihren Teamgefährtinnen.

Mit diesem Erfolg haben die VfL-Frauen ihre Rekordserie ausgebaut – sieben Titel in Folge gelangen noch keinem Team zuvor. Auch das fünfte „Double“ in Serie ist theoretisch noch möglich, allerdings geht Spitzenreiter FC Bayern München mit einem Zwei-Punkte-Polster und der besseren Tordifferenz in den letzten Saisonspieltag. Der VfL empfängt am Sonntag (14 Uhr, AOK-Stadion) den SV Werder Bremen, während die Münchenerinnen zeitgleich ihren Vorsprung gegen Eintracht Frankfurt nur noch ins Ziel retten müssen.

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