8. Mai 2021
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Es sind nur zwei Plätze frei

Fußball-Bundesliga: VfL im Endspurt um die Champions League

Das Hinspiel im Stadion "An der Alten Försterei" endete 2:2. Hier mit Florian Hübner (l.) und Josip Brekalo. Foto: Simka/regios24

Wolfsburg. „Reise nach Jerusalem“ – es ist ein Kinderspiel, das in seiner Jugend wohl jeder mindestens einmal mitgemacht hat. Nur noch zwei Stühle sind frei, aber drei Mitspieler sind auf dem Weg und wollen sich ihren Platz sichern. Und genau so ist auch die Situation in der Fußball-Bundesliga im Kampf um die Königsklasse: Der VfL Wolfsburg (57 Punkte), Eintracht Frankfurt (56) und Borussia Dortmund (55) liefern sich drei Spieltage vor dem Saisonende ein packendes Rennen um die Champions-League-Plätze drei und vier.

Ganz oben stehen die Bayern aus München einmal mehr unmittelbar vor dem nächsten Titelgewinn, dahinter ist Leipzig praktisch schon Vizemeister. Die spannendste Frage mit Blick nach oben ist also: Welches Duo folgt diesen beiden Teams in die Königsklasse?

Der VfL hat sein einst komfortables Polster nach drei Niederlagen in den vergangenen vier Partien zwar eingebüßt. Und dennoch hat die Elf von Coach Oliver Glasner alle Trümpfe selbst in der Hand. Mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Union Berlin könnten die Wölfe am Samstag (15.30 Uhr, Volkswagen-Arena) dem großen Ziel einen Schritt näherkommen, zumal die Konkurrenten aus Dortmund (gegen Leipzig) und Frankfurt (gegen Mainz) vor unangenehmen Aufgaben stehen.

Allerdings müssen die Grün-Weißen dafür selbst erst einmal ihre Hausaufgaben machen. Und die sind ebenfalls alles andere als einfach. Die „Eisernen“ aus Berlin sind das Überraschungsteam der Liga: Den Klassenerhalt haben die Mannen von Coach Urs Fischer im vermeintlich schweren zweiten Jahr schon lange in der Tasche und dürfen sogar selbst noch von Europa träumen. Als Tabellenachter sind die Köpenicker aktuell punktgleich mit Borussia Mönchengladbach. Und da Dortmund und Leipzig im DFB-Pokal-Finale stehen, reicht in dieser Spielzeit eben schon Rang sieben zum Sprung nach Europa.

Keine Frage, die Berliner würden ihre Bilanz gegen die Wölfe gerne ausgleichen. Denn noch sind sie sieglos in den drei Bundesliga-Duellen mit dem VfL, der in der vergangenen Saison sein Heimspiel gegen Union knapp mit 1:0 für sich entschied. Die beiden Vergleiche in Berlin endeten jeweils 2:2. Und alle drei Partien machten eines deutlich: Geschenke aus der Hauptstadt sind nicht zu erwarten, mit ihrer Kampfkraft und ihrer Laufstärke gehören die Gäste zu den unangenehmsten Kontrahenten in der Bundesliga.

Als echte Einheit haben die Berliner, angeführt von den ehemaligen Wolfsburgern Max Kruse, Robin Knoche und Christian Gentner, selbst den vermeintlichen Großen das Leben schwer gemacht. Der FC Bayern musste sich beispielsweise in beiden Spielen jeweils mit einem 1:1-Unentschieden begnügen und biss sich an den „Eisernen“ regelrecht die Zähne aus. Und genau das gilt es für die Wölfe zu vermeiden, wenn sie ihren Platz bei der „Reise nach Jerusalem“ einnehmen wollen.

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