30. April 2021
Sport

„Wir können immer noch die Klasse halten“

Eintracht Braunschweig: Vollmann optimistisch – Präsident Bratmann spricht Trainer Daniel Meyer das Vertrauen aus

Daniel Meyer hockt im Spiel gegen Aue am Spielfeldrand. Foto: Joachim Sielski / imago

Braunschweig. Der Druck auf Eintracht ist seit der 0:2-Heimniederlage gegen Erzgebirge Aue gewachsen. Nur einen Zähler konnte die Mannschaft von Daniel Meyer in der englischen Woche verbuchen und rutschte dadurch erneut auf den Relegationsrang.

Nach einer Aufsichtsratssitzung sprach Eintracht-Präsident Christoph Bratmann den sportlich Verantwortlichen das Vertrauen aus und rief das Umfeld für das Saisonfinish zur Unterstützung der Mannschaft auf: „Wir haben immer noch alles in der eigenen Hand und sind der festen Überzeugung, nur mit vereinten Kräften unsere Ziele zu erreichen.“

Eintrachts Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann gibt sich ebenfalls optimistisch: „Die Situation ist nicht aussichtslos, wie haben immer noch die Möglichkeit, die Klasse zu halten und auch die Überzeugung, dass wir das schaffen.“ Allerdings fordert er von der Mannschaft nun „eine Reaktion“ auf die schwachen Leistungen gegen Greuther Fürth und Aue, die den Löwen ihre gute Ausgangsposition geraubt haben. Hinzu kam, dass der vorher wegen Corona-Quarantäne zum Zuschauen verurteilte SV Sandhausen durch zwei Siege gegen den Hamburger SV und Hannover 96 an den Löwen vorbeiziehen konnte. Am Mittwoch verloren die Kurpfälzer jedoch das vorletzte ihrer Quarantäne-bedingten Nachholspiele gegen Greuther Fürth mit 2:3 und verpassten die Möglichkeit den Blau-Gelben davonzuziehen.

Im Löwenrudel heißt es nun, Holstein Kiel die Daumen zu drücken, die am Dienstag gegen den SVS antreten, der bei einer Niederlage nur einen Zähler vor den Löwen liegt. Unabhängig davon fordert Vollmann einen „Turnaround“ in den noch verbleibenden Partien gegen Düsseldorf, Würzburg und den HSV, um direktem Abstieg oder Relegation noch zu entgehen: „Wir müssen die verbleibenden Spiele völlig anders gestalten als zuletzt und so viele Punkte wie möglich holen, um in eine positive Ausgangsposition zu kommen.“

Dabei richtet der 63-Jährige an jeden Spieler die Botschaft, das „Maximale an Leistung herauszuholen“, nur dann hätten die Löwen „große Chancen etwas zu erreichen“.

In den vergangenen Jahren waren die Endphasen der Spielzeit stets von Druck, Hektik und Spannung geprägt. Nach der verlorenen Bundesligarelegation 2017 waren die Löwen mit Torsten Lieberknecht ein Jahr später am letzten Spieltag abgestiegen und erlebten weitere 12 Monate später unter André Schubert einen Last-Minute-Klassenerhalt in der dritten Liga. Im vergangenen Sommer schaffte die Mannschaft unter Marco Antwerpen am vorletzten Spieltag die Rückkehr in die Zweitklassigkeit, die nun unter allen Umständen verteidigt werden soll.

Die in den Vorjahren gezeigte „Stressresistenz“ von Jasmin Fejzic und Co. lässt Vollmann dabei aber nur bedingt als Wettbewerbsvorteil gelten: „Natürlich kann man sich an positive Momente erinnern, aber letztlich müssen wir die Realität sehen. Wollen wir dort unten rauskommen, müssen wir andere Leistungen zeigen als zuletzt.“

Ein neuer Faktor ist dabei das von der DFL angeordnete Quarantäne-Trainingslager, das alle Teams der ersten beiden Ligen in den letzten beiden Wochen der Spielzeit absolvieren müssen.
„Nach einer zunächst häuslichen Quarantäne vor dem Düsseldorf-Spiel geht es vom 12. bis 23. Mai in ein Trainingslager ohne Kontakt nach Außen“, erklärt Vollmann, der Vor- und Nachteile des Ganzen sieht: „Die Spieler dürfen nur zusammen essen und trainieren, nicht mal gemeinsame Spaziergänge sind erlaubt. Trotzdem kann man sich so einem gewissen Stress entziehen und sich auf die Sache konzentrieren.“
In jedem Fall fordert er von den Profis die Situation anzunehmen: „Es geht darum für Eintracht das Maximale herauszuholen und in der zweiten Liga zu bleiben.“

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