25. April 2021
Topstory

Wilde Nacht ganz zahm im Netz

Walpurgisnacht am 30. April findet digital statt – Zweiter Hexentaler greift Tradition auf

Durch die Corona-Pandemie kann die Walpurgisnacht im Harz bereits zum zweiten Mal nur digital stattfinden. Rund um das wilde Treiben ist auch das zweite Motiv des Harzer Hexentalers erschienen (kleines Foto). Fotos: BZV-Archiv/Matthias Bein/oh

Region. Normalerweise würden die Hexen im Harz jetzt ihre Besen polieren. Doch wie so vieles muss auch die diesjährige Walpurgisnacht am 30. April wieder anders ausfallen als gewohnt. Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Harzer Gemeinden vorsorglich alle Feiern abgesagt, stattdessen findet das Treiben im Netz statt. Weniger wild, aber trotzdem spannend.

Seit Anfang der Woche können Hobby-Teufel und Möchtegern-Hexen unter www.harzinfo.de schon einmal Fragen rund um die Walpurgisnacht lösen. Zum Beispiel woher der Name „Walpurgis“ stammt oder was sich hinter Hexenaltar und Teufelskanzel verbirgt. Wer unsicher ist, kann sich noch einmal auf der Facebook-Seite von Harzinfo schlau machen. Direkt zur Walpurgisnacht wird es dann ein „verstärktes Hexenaufkommen geben“, verspricht der Harzer Tourismusverband, will allerdings nicht mehr verraten.

Passend zur Walpurgisnacht ist auch die zweite Edition des Harzer Hexentalers erschienen und ab sofort im BZV Lesershop erhältlich.

Unter Sammlern sind sie schon jetzt begehrte Objekte. Im März dieses Jahres starteten Braunschweiger Zeitung und Harzkurier mit einer Reihe von Sonderprägungen. Die erste Edition zeigte neben einer Harzer Hexe auf der Vorderseite das historische Rathaus von Osterode auf der Rückseite. Jetzt folgt der zweite Hexentaler – passend zur Walpurgisnacht mit der Walpurgishalle in Thale auf der Rückseite.

„Die Medaille wurde wieder in Zusammenarbeit mit der Firma Euromint herausgebracht und ist Teil einer Dreieredition von Sonderprägungen, die als limitierte Auflage echte Sammlerstücke sind“, sagt Jens Großkopf, Leiter des BZV-Service Centers.
Die für Ende Juni geplante dritte Medaille wird das Motiv „Brockenblick“ auf der Rückseite tragen. Die schaurig-schönen „Hexentaler“ gibt es in Feinsilber oder Feingold.
„Momentan sind diese Medaillen nur online unter www.shop.bzv.de erhältlich. Wenn die Geschäfte wieder öffnen, können sie dann auch in unseren Service Centern und Ticketshops in Osterode, Salzgitter, Wolfenbüttel, Braunschweig, Wolfsburg und Helmstedt für 69 Euro (Silber) und 999 Euro (Gold) erworben werden“, so Großkopf.

Uralte Harz-Tradition

Die Medaille greift eine Tradition auf, die nicht nur jahrtausendealt ist, sondern ohne die der Harz schlicht nicht vorstellbar wäre. Die Wurzeln der wilden Walpurgisnacht liegen weit in vorchristlicher Zeit und gehen auf germanische Ursprünge zurück. Diese „Ureinwohner“ des Harzes feierten an diesem Tag ein Frühlingsfest als Freude über das Ende des Winters sowie die Hochzeit des obersten Germanengottes Wotan.

Dabei wurden auch böse Geister vertrieben, was durch Verkleidungen mit Masken, Schüssen und Feuer geschehen sollte. Unklar ist allerdings, ob die Altvorderen diese Rituale auch auf dem Brocken – dem legendären Zentrum der Walpurgishandlungen – abhielten.
Mit der Christianisierung vor etwas mehr als 1000 Jahren wurden Namen und Inhalt dieses heidnischen Spektakels formal der neuen Zeit angepasst. Doch wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, der weiß, dass die Walpurgisnacht auch heute alles andere als ein christliches Fest ist.

Die Walpurgisnacht wird immer am Vorabend des Namensfestes der heiligen Walburga gefeiert, einer gelehrten Frau und Äbtissin eines Nonnenklosters, gleichzeitig versammeln sich der Sage nach Hexen auf dem Hexentanzplatz bei Thale, um von dort aus gemeinsam zum Brocken zu fliegen, wo das eigentliche Hexenfest zusammen mit dem Teufel stattfindet.

Auch interessant