24. April 2021
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„Wir sind in jeder Phase für ein Tor gut“

Fußball-Bundesliga: VfL-Coach Oliver Glasner betont vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund die Stärken seines Teams

Wout Weghorst jubelt nach seinem Kopfballtor zum 0:2 in Stuttgart. Foto: Darius Simkaregios24

Wolfsburg. Einen wichtigen „Dreier“ im Kampf um die Königsklasse hat Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg in der Englischen Woche eingefahren: Vier Tage nach der 2:3-Heimniederlage gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München fuhren die Wölfe am Mittwochabend beim VfB Stuttgart einen 3:1 (2:0)-Erfolg ein und eroberten damit den dritten Tabellenplatz zurück.

Die Grün-Weißen wahrten damit ihre Chance auf die Teilnahme an der Champions League und können zum Abschluss der Englischen Woche den nächsten großen Schritt in diese Richtung machen. Denn am Samstag (15.30 Uhr) kommt es in der Volkswagen-Arena zum Duell mit dem Tabellenfünften Borussia Dortmund, der bei fünf Zählern Rückstand ein direkter Konkurrent im Kampf um die Königsklasse ist.

Doch zurück nach Stuttgart, wo die Wolfsburger das nötige Glück hatten, das ihnen bei der Niederlage gegen die Münchener noch gefehlt hatte. Und mit Torwart Koen Casteels, der bei zwei Gegentreffern gegen die Bayern unglücklich ausgesehen hatte, hatten die Wölfe diesmal wieder einen bärenstarken Rückhalt zwischen den Pfosten. Mit seinen Paraden im ersten Durchgang avancierte der Belgier zum Matchwinner für die Gäste.

In einem munteren Spiel, in dem beide Defensivreihen einige Schwächen offenbarten, hatte Sasa Kalajdzic (9.) die große Chance, die Hausherren in Führung zu bringen. Er lief frei auf Casteels zu, doch der VfL-Keeper entschied das Duell für sich. Nur vier Minuten später war sein Pendant auf der Gegenseite dann machtlos: Mit einem trockenen Flachschuss markierte Xaver Schlager das 1:0 für die Wolfsburger.

Der nächste Hochkaräter gehörte dann wieder den Stuttgartern: Nach einem Handspiel von John Anthony Brooks entschied Schiedsrichter Dr. Felix Brych zu Recht auf Strafstoß. Philipp Förster trat an, aber Casteels parierte den Versuch aus elf Metern. Den Nachschuss jagte Förster über den Kasten der Gäste – das hätte der Ausgleich nach 26 Spielminuten sein müssen.

Und der VfL bestrafte diesen Fehler prompt: Flanke Josip Brekalo, Kopfball Wout Weghorst – und nur 180 Sekunden später hieß es 2:0 für die Gäste. Es war bereits der 20. Saisontreffer des Niederländers.

Und es ging munter weiter: Tanguy Coulibaly (34.) tauchte frei vor Koen Casteels auf, der mit seiner nächsten Glanztat den Stuttgarter Anschlusstreffer verhinderte. Auf der anderen Seite hätten Maximilian Philipp (35.), Xaver Schlager (39.) und Wout Weghorst (39., 41.) das Ergebnis noch vor der Pause weiter in die Höhe schrauben können.

Die zweite Halbzeit war dann deutlich weniger turbulent als Durchgang eins. Die Schwaben waren gefordert, mussten mehr tun, fanden aber nur noch selten eine Lücke in der Wolfsburger Defensive, die nun wesentlicher stabiler wirkte als vor der Pause.
Und mit einem blitzsauberen Konter machte der VfL den Deckel drauf: Josip Brekalo legte quer auf Yannick Gerhardt (65.), der das Leder mit seinem schwächeren rechten Fuß in den Winkel jagte – das 3:0, ein wahrlich sehenswerter Treffer.

Das Glück des Tüchtigen hatte Casteels zehn Minuten vor dem Abpfiff, als ein Schuss von Roberto Massimo vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. In der letzten Aktion der längst entschiedenen Partie war Wolfsburgs Nummer eins dann aber machtlos: Der Distanzschuss von Gonzalo Castro in der Nachspielzeit wurde unhaltbar abgefälscht und bedeutete den 1:3-Endstand.

„Nach den beiden Niederlagen war dieser Erfolg für uns ganz wichtig. Wir haben eine gute Leistung gebracht und sind somit auf die Siegerstraße zurückgekehrt“, freute sich VfL-Chefcoach Oliver Glasner: „Nach vorn war Stuttgart immer gefährlich, damit hatten wir speziell in der ersten Halbzeit ein paar Probleme. Aber unser Offensivspiel lässt sich momentan sehr gut ansehen. Wir sind in jeder Phase des Spiels für ein Tor gut. Heute hatten wir einen überragenden Torhüter in unseren Reihen, der uns lange die Null festgehalten hat.“

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