24. April 2021
Sport

Löwen schlagen auch Alba Berlin

Nach dem Erfolg vor zwei Wochen in München gelingt beim zweiten Euroleague-Team ein Sieg

Benedikt Turudic war gegen Alba der beste Löwe. Foto: imago

Braunschweig. Den Gegner lange in Sicherheit wiegen, um dann in der zweiten Halbzeit aufzudrehen und das Spiel für sich zu entscheiden: Fast im Stile eines Spitzenteams bezwangen die Löwen-Basketballer am Donnerstagabend den deutschen Meister und Tabellenzweiten Alba Berlin. Die Bundesliga-Begegnung in der Hauptstadt ging mit 87:82 (34:36) an die Talentschmiede von der Oker.

Vor den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl, der den Löwen-Flügelspieler Luc van Slooten im Vorfeld am Magentasport-Mikrofon als „eines unserer großen Talente“ geadelt hatte, starteten die Löwen mit dem 19-Jährigen und einer rein deutschen Formation in die Partie. Akzente setzten zu Beginn aber nur die Berliner, die früh mit 9:0 führten.

Mit Verspätung waren die Löwen in Berlin angekommen, weshalb die Partie eine Viertelstunde später angepfiffen wurde. Mit den eingewechselten Ausländern James Robinson, Martin Peterka und Arnas Velicka kam auch der rechte Schwung erst ein paar Minuten nach Beginn ins Gästespiel. Besonders der treffsichere Tscheche Peterka sorgte nun mit sieben Zählern dafür, dass die Braunschweiger nach dem ersten Viertel nur mit 11:17 zurücklagen.

Zu Beginn der zweiten zehn Minuten brachte Alba Christ Koumadje zurück. Der 2,21-Meter-Mann aus dem Tschad hatte den Löwen mit seiner schieren Präsenz in der Verteidigung schon in der Anfangsphase Probleme bereitet. Und auch jetzt sorgte der baumlange Neuzugang defensiv wie offensiv für Irritationen bei den Gästen. Als Alba-Trainer Aito Reneses den Center Mitte des zweiten Abschnitts vom Feld nahm, führten die Berliner mit 29:15. Ohne Koumadje übernahmen die Niedersachsen das Ruder – und zur Halbzeit lagen sie nur noch mit zwei Zählern zurück.

Nach der Pause blieb die Partie eng. Die Löwen, bei denen Benedikt Turudic seinen bisher besten Auftritt zeigte (20 Punkte, 13 Rebounds), ließen sich nicht abschütteln – und gingen in der 28. Minute erstmals in Führung, als Peterka (insgesamt 17 Punkte) einen Dreipunktewurf zum 51:49 versenkte. Die Berliner, die nach dem ausgefallenen Pokal-Turnier am vergangenen Wochenende – zwei Göttinger waren positiv auf Corona-Viren getestet worden – eigentlich frisch sein sollten, hatten der Energie der Löwen nun kaum noch etwas entgegenzusetzen.

Mit einer 57:50-Führung gingen die von Pete Strobl trainierten Gäste ins Schlussviertel, das streckenweise zu einem Drei-Punkte-Shootout geriet. Doch auch hier hatten die Löwen, die nun Blut geleckt hatten, die Nase vorn. Als der offensiv lange Zeit glücklose Arnas Velicka per Dreier auf 62:50 für die Braunschweiger stellte, waren noch lange achteinhalb Minuten zu spielen.

Doch der Underdog verwaltete den Vorsprung nun gut – bis in die Schlussphase, als es doch noch mal richtig spannend wurde. Auf 81:80 war die Führung bis 17 Sekunden vor Schluss geschrumpft. Ein unsportliches Foul von Berlins Nationalspieler Maodo Lo beim Versuch, die Uhr zu stoppen, brachte drei Sekunden vor Schluss die endgültige Entscheidung. „Wir sind einfach überglücklich, dass wir so ein Team schlagen konnten“, freute sich der starke Turudic nach der Partie vor der TV-Kamera.
Bereits am heutigen Samstag haben die Löwen die Chance, auf den Sieg in Berlin aufzubauen. Zu Gast ist der Tabellenelfte um 20.30 Uhr bei medi Bayreuth (Platz zwölf), das von Ex-Löwen-Coach Raoul Korner trainiert wird. Die Franken werden versuchen, ihre Negativserie von drei Niederlagen in Folge zu beenden.

Am kommenden Donnerstag (19 Uhr) steht dann ein Heimspiel gegen s.Oliver Würzburg auf dem Programm.

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