Corona-Verdachtsfälle vor Spiel auf St. Pauli - Neue Helmstedter
3. April 2021
Sport

Corona-Verdachtsfälle vor Spiel auf St. Pauli

Eintracht am Montag planmäßig in Hamburg – Meyer: „35, 36 oder 37 Punkte könnte die sichere Zone sein“

Cheftrainer Daniel Meyer. Foto: Susanne Hübner/imago images

Braunschweig. Kraft für den Saisonendspurt zu tanken, hieß es für die Löwen in der Länderspielpause, die mit der Auswärtspartie am Ostermontag gegen den FC St. Pauli (Anstoß 20.30 Uhr) zu Ende geht. Ob die Austragung der Partie wie geplant über die Bühne gehen kann, war bei Redaktionsschluss jedoch offen, da Eintracht am Mittwoch drei Corona-Verdachtsfälle, darunter Trainer Daniel Meyer und zwei namentlich nicht genannte Spieler, vermeldete und das Training abgesagt wurde.

Erst am Donnerstag sollte das Ergebnis der Nachtestung vorliegen, sodass auch nicht feststand, ob sich die Verdachtsfälle bestätigt haben und Auswirkungen auf die erste Partie nach dem Länderspielwochenende haben werden.

„Die Pause kam uns gelegen“, erklärt der Eintracht-Coach im Bezug auf die 16-tägige Saisonunterbrechung, in der die Löwen vergangene Woche einen Vergleich mit Bundesligist Union Berlin für sich entschieden hatten. Zuvor war seine Mannschaft zwar fünf Spiele ohne Niederlage geblieben, dennoch hatte der 41-Jährige die schon beim 1:1 gegen Darmstadt 98 die punktspielfreie Zeit herbeigesehnt: „Bei einigen war schon eine Art Müdigkeit da, allerdings eher mental als körperlich, deshalb war es wichtig nochmal durchzuatmen.“ Erfreulich fand er den anschließenden Auftritt in der Hauptstadt, bei dem sich vor allem einige Kräfte aus der zweiten Reihe hatten beweisen können: „Ich fand, dass man gesehen hat, dass die Jungs, die ein bisschen außen vor waren, auf Spannung sind. Sie haben ein Signal gesendet, dass wir uns auf sie verlassen können.“

Die Hamburger haben sich als bestes Rückrundenteam mit nunmehr 35 Punkten wohl aus dem Abstiegsstrudel befreit. Diese Marke möchte auch Meyer schnellstmöglich erreichen, da sie unter Umständen bereits für den Klassenerhalt reicht: „35, 36 oder 37 Punkte könnte in etwa die sichere Zone sein. Bis dahin haben wir noch ein paar Meter zu gehen.“

Die Aufgabe im Norden bezeichnet er als „schwierig“, da die Elf von Timo Schultz nur noch wenig mit dem Team gemein hat, das seine Elf Anfang Dezember mit einer 2:1-Niederlage auf die Heimreise geschickt hatte: „Das ist eine andere Mannschaft als im Hinspiel, sie haben einige sehr gute Transfers getätigt.“ Vor allem die Offensive mit Akteuren wie Guido Burgstaller, dem Ex-Löwen Daniel Kyereh, Rodrigo Zalazar und Omar Marmoush sieht der Fußball-Lehrer als „schwierig aufzuhalten“ an, weist aber zurecht darauf hin, dass auch die blau-gelbe Bilanz mit fünf Spielen ohne Niederlage nicht die schlechteste ist: „Auch wir sind in einer Phase, in der wir nicht das Gefühl haben, per se chancenlos zu sein. Mit diesem neuen Selbstverständnis wollen wir nach Hamburg fahren und sehen, dass wir dort etwas mitnehmen können.“

Als Handicap könnte sich das Fehlen der gelbgesperrten Defensivakteure Danilo Wiebe und Brian Behrendt auswirken, die neben dem Langzeitverletzten Niko Kijewski ausfallen. Der Eintracht-Coach wird in der Hansestadt deshalb gezwungen sein, sein zuletzt stabiles Defensivkonstrukt zu verändern. In Berlin hatte er sowohl Iba May als auch Patrick Kammerbauer auf der rechten Seite getestet, während Robin Ziegele in der Innenverteidigung aufgelaufen war. Auf der rechten Außenbahn ist der Einsatz von Benjamin Kessel ebenfalls denkbar, während auf der linken Seite Niko Klaß nach innen rücken könnte und Lasse Schlüter dann auf der Außenposition gegen seinen Ex-Club verteidigt. Eher unwahrscheinlich ist hingegen, dass Dominik Wydra oder Jannis Nikolaou zurück auf die Innenverteidigerposition wechseln, nachdem sich das Duo zuletzt als Doppelsechs bewährte und für defensive Stabilität gesorgt hat.

Fejzic – Schlüter, Klaß (Ziegele), Diakhite, Kessel (Kammerbauer) – Nikolaou, Wydra – Kroos – Bär (Ji), Abdullahi (Proschwitz), Kaufmann.

 

Der Gegner: Abstiegsgespenst verlässt den Kiez

Mit dem jüngsten 2:1-Erfolg in Osnabrück scheint der FC St. Pauli das Abstiegsgespenst endgültig verscheucht zu haben. Zu Weihnachten stand das Team von Trainer Timo Schultz mit nur acht Zählern aus 12 Begegnungen noch auf dem vorletzten Rang; im neuen Jahr konnten die Kiezkicker bislang 27 Punkte einfahren und sind bestes Rückrundenteam.

In der Offensive waren vor allem die Rückkehr von Guido Burgstaller, der im neuen Jahr bereits neunmal traf, und die Leihe von Wolfsburgs Omar Marmoush (fünf Treffer) entscheidende Faktoren, während sich im hinteren Bereich der Torwartwechsel von Robin Himmelmann (zu KAS Eupen) zu Dejan Stojanovic (vom FC Middlesbrough ausgeliehen) ausgezahlt hat. Überhaupt fand die im Vorjahr noch wacklige Defensivabteilung der Kiezkicker im Laufe der letzten Wochen zu großer Stabilität zurück, sodass die weiteren Winterneuzugänge Tore Reginiussen und Eric Smith bislang häufig nur Teilzeitarbeit verrichten durften.

Seine Form wiedergefunden hat auch Daniel-Kofi Kyereh. Der ehemalige Braunschweiger Nachwuchsakteur sammelte 2021 bereits acht Scorerpunkte und sicherte seinem Team Anfang März mit einem Last-Minute-Treffer den 1:0-Derbysieg gegen den HSV.

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