Niederlage, Sperre und Verletzung - Neue Helmstedter
13. März 2021
Sport

Niederlage, Sperre und Verletzung

Der VfL Wolfsburg kassiert unnötige 1:2-Schlappe bei der TSG 1899 Hoffenheim

VfL-Keeper Koen Casteels hatte seinen Kasten siebenmal hintereinander in Punktspielen sauber gehalten – in Sinsheim riss die „Zu-Null-Serie“. Foto: apf/regios24

Von Jens Neumann

Wolfsburg. Erst gab’s das Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals, dann die dritte Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga: Nein, es war wahrlich nicht die Woche des VfL Wolfsburg. Drei Tage nach dem 0:2 in Leipzig kassierten die „Wölfe“ eine unnötige 1:2-Schlappe bei der TSG 1899 Hoffenheim – und verpassten es somit, ihr Polster auf Eintracht Frankfurt weiter auszubauen.

Besonders bitter dabei: Die Grün-Weißen zahlten für diese Niederlage auch noch einen hohen Preis. Renato Steffen zog sich eine schwerwiegende Bandverletzung im linken Sprunggelenk zu und wird mehrere Wochen ausfallen. Paulo Otavio handelte sich in der vierten Minute der Nachspielzeit die rote Karte ein und wurde vom DFB-Sportgericht für sein Foul gegen Munas Dabbur für vier Spiele gesperrt. Und obendrein sahen Maxence Lacroix und Xaver Schlager in Sinsheim ihre fünfte gelbe Karte und müssen damit am Samstag (15.30 Uhr) ebenfalls zuschauen, wenn Schlusslicht FC Schalke 04 in der Volkswagen-Arena seine Visitenkarte abgibt.

Als bestes Rückrundenteam und mit der Empfehlung von neun ungeschlagenen Bundesliga-Partien in Folge waren die „Wölfe“ in den Kraichgau gereist – zudem hatte VfL-Keeper Koen Casteels seinen Kasten siebenmal hintereinander in Punktspielen sauber gehalten.

Doch die Begegnung in Sinsheim war gerade einmal acht Minuten alt, als die „Zu-Null-Serie“ riss: Christoph Baumgartner nagelte das Leder unhaltbar unter die Querlatte – der erste Gegentreffer der Wolfsburger nach 675 Bundesliga-Minuten.

Während die frühe Führung den Hoffenheimern den nötigen Auftrieb gab, brauchten die Grün-Weißen eine lange Anlaufphase, bis sie zu ihrem Spiel fanden – und gleich mit ihrer ersten Möglichkeit zum Ausgleich kamen. Xaver Schlager schickte Torjäger Wout Weghorst mit einem tollen Pass auf die Reise, und der Niederländer vollendete überlegt zum 1:1 (23.) – bereits sein 15. Saisontreffer und zugleich das Startzeichen für eine starke VfL-Phase.

Maximilian Arnold (28., 31.), Weghorst (29.) und Ridle Baku (33.) hatten den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch gejubelt wurde auf der Gegenseite: TSG-Goalgetter Andrej Kramaric (41.) brachte die Blau-Weißen erneut in Front.

VfL-Coach Oliver Glasner reagierte zur Pause, brachte mit Admir Mehmedi und Joao Victor zwei neue Kräfte für die Offensive. Und fortan ging es fast nur noch in eine Richtung, wobei die „Wölfe“ zu selten zwingend wurden. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Wout Weghorst (61.), als er einen Kopfball aus fünf Metern über den Kasten setzte. Und auch „Joker“ Victor schaffte es nicht, mit seinem Flachschuss TSG-Keeper Oliver Baumann (86.) zu überwinden, so dass es letztlich beim 1:2 aus Sicht der Gäste blieb.

„Wir sind alle enttäuscht heute. Wir haben das Spiel wegen unserer ersten Halbzeit verloren, in der wir in unserem Defensivverhalten nicht die Konsequenz an den Tag gelegt haben, wie wir sie zuletzt über Wochen und Monate gezeigt haben. Wir waren in der einen oder anderen Situation etwas zu sorglos, ein bisschen langsam im Zweikampfverhalten und nicht so konsequent. Das hat Hoffenheim mit seiner offensiven Qualität knallhart ausgenutzt“, stellte VfL-Coach Glasner fest.

In der zweiten Halbzeit habe man aber gesehen, dass „die Jungs sich mit allem gegen diese Niederlage gestemmt haben. Es hat dann nicht gereicht, aber es war dann ein Spiel fast auf ein Tor“, meinte Glasner. Und sein Gegenüber Sebastian Hoeneß sah es ähnlich: „In der zweiten Halbzeit war es dann ein großer Fight. Auf der anderen Seite haben die Wolfsburger mit ihrer entwickelten Dominanz und Wucht auch gezeigt, was für eine Klasse sie haben. Mich hat es extrem gefreut, wie wir das dann wegverteidigt haben.“

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