Die Passion in fünf Stationen - Neue Helmstedter
6. März 2021
Menschen

Die Passion in fünf Stationen

Die evangelischen Kirchen des Pfarrverbandes Aller bieten den Osterweg zum Mitmachen an

Die Initiatoren des Osterweges laden zu einer ganz besonderen Passion ein. Foto: Erik Beyen

Bahrdorf. Kirche in Zeiten von Corona ist anders, zuweilen spannend und im wahrsten Sinne des Wortes zum Anfassen. Die evangelischen Gemeinden in Meinkot, Groß Twülpstedt, Velpke, Grafhorst und Nordsteimke, sie bilden den Pfarrverband Aller und gehören zur Propstei Vorsfelde, laden die Menschen vom 27. März bis zum 5. April jeweils zwischen 10 und 18 Uhr zu einer ganz besonderen Passion ein. An fünf Stationen dürfen sich kleine und große Leute aktiv mit dem Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu beschäftigen.

Der Clou: Die Aktion ist geeignet, sich auch ein Stück in Selbstreflexion zu üben: Wer alle Stationen besucht und dort die Aufgaben erledigt, kann sogar etwas gewinnen. Darum kümmert sich die Propsteijugend. Bei einem Pressetermin in Bahrdorf erklärten die Pfarrerinnen Sabine Kesting, Tanja Klettke, Werena Anders, die Pfarrer Kay-Michael Eckardt und Wilfried Leonhardt sowie Diakonin Simone Rieger, was es mit der Aktion auf sich hat.

Salbung, Abendmahl mit Gethsemane, Verleugnung und Verurteilung, Kreuzigung sowie Auferstehung. Der Osterweg, so haben die Initiatoren die Reise genannt, erstreckt sich über den gesamten Nordkreis bis nach Nordsteimke. In und an jedem Gotteshaus befindet sich eine Station. Gesalbt wird in Velpke. „Dafür gestalten wir den Altarraum besonders“, verspricht Pfarrerin Tanja Klettke. Die Menschen dürfen sogar eine kleine Flasche Salböl mitnehmen.

Nicht weit entfernt, auf dem Kirchberg von Groß Twülpstedt, findet das Abendmahl mit Gethsemane statt. Ein ganz besonderer Ort mit Steinparcours wird der Berg, kündigt Kay-Michael Eckardt an. Verleugnung und Verurteilung – dafür steht die Kirche in Meinkot „Wo ist unsere Schuld“, fragt Pfarrerin Sabine Kesting und lädt, ausgehend von der Gerichtsverhandlung und der Verurteilung Jesu, zur Selbstreflexion ein.

„Da geht es auch ein Stück um unsere Be- und Verurteilung“, so Kesting. „Manchmal be- und verurteilen wir andere, manchmal werden wir beurteilt, und oft finden sich Menschen von anderen ‘in Schubladen’ einsortiert“, ergänzt die Pfarrerin. In Grafhorst steht ein großes Kreuz auf dem Kirchhof. Dort befindet sich die Station „Kreuzigung“.

Gekreuzigt wird freilich niemand, aber: „Menschen dürfen Karten mit Wünschen, Gedanken oder Sorgen an das Kreuz nageln“, kann sich Werena Anders vorstellen. Das Gotteshaus in Nordsteimke wird, so erzählt Wilfried Leonhardt, zur Grabeshöhle, vermutlich auch zum Ort der Erlösung und purer Freude.

Noch werden die einzelnen Stationen final ausgearbeitet, aber: Es dürfte eine Aktion mit Tiefgang werden, bei der sich alle Beteiligten selbstständig mit dem Osterfest und in gewisser Weise mit sich befassen. Für eine gelöste Aufgabe gibt es an jeder Station einen Aufkleber. Wer am Ende fünf dieser Aufkleber beisammen hat, darf sie auf eine Karte kleben und an die Propsteijugend schicken. Die mit der richtigen Adresse bedruckten Karten gibt es ebenfalls an allen Stationen. „Dann winkt sogar ein Preis“, verspricht Diakonin Simone Rieger.

Infos gibt es per E-Mail an aller.pfa@lk-bs.de.

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