Die ganze Stadt als Street-Art-Galerie - Neue Helmstedter
15. Februar 2021
Menschen

Die ganze Stadt als Street-Art-Galerie

Michael Schwarze ist mit seiner Kamera in Helmstedt nach dem perfekten Motiv unterwegs

Michael Schwarzes kunstvolle Fotos sehen manchmal wie Gemälde aus. Fotos (4): Michael Schwarze

Helmstedt. Es ist eine Leidenschaft, die Michael Schwarze umtreibt. Die Leidenschaft, seine Umgebung in den Gegenwartsmomenten abzulichten. Mit der Fotokamera. Als Erinnerung und Dokumentation der Veränderungen. Als Moment der besonderen Schönheit und des Festhaltens im Augenblick.

Klick, klick – und immer wieder klick: Die meisten seiner kunstvollen Bilder, die manchmal wie Gemälde aussehen und den Blick fürs Detail schärfen, schießt der 53-jährige Handwerksmeister, zu ganz bestimmten Zeiten. „Ich bin ständig auf der Jagd nach dem Licht“, beschreibt er seine Arbeit. So ist er in der Regel immer früh morgens oder spät abends mit seiner Kamera draußen, immer dann, wenn andere schon oder noch schlafen.

Mit offenen Augen durch die Stadt: Straßenfotografen finden ihre Motive oft spontan.

Kunst will gestaltet werden – das ist auch Michael Schwarze klar und deshalb hat er die ganze Stadt Helmstedt zu seiner Street-Art-Galerie gemacht. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich viele kleine Werke an den Wänden oder auf dem Boden – solche die von Menschenhand geschaffen sind, aber auch solche, für die die Natur oder die Industrie verantwortlich sind.

Schon immer hat Michael Schwarze gerne fotografiert, vor etwa vier Jahren hat er sein Können dann erst so richtig entdeckt und angefangen es zu entfalten. „Ich habe mir eine Canon EOS R5 gegönnt und mit meiner Tochter einen Fotokurs belegt. Seitdem bestimmen wir jeden Monat ein Thema und gehen auf Fotopirsch, um die Challenge um das beste Motiv zu gewinnen.“

Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich viele kleine Kunstwerke auf dem Boden.

Und wo fotografiert er am liebsten? In der Natur. Wunderbare Motive seien aber auch alte Gebäude in der Stadt. Dem Zufall überlässt er dabei nichts: „Ich plane vorher genau, wo es hingehen soll.“ Denn bei aller Technik, das Auge des Fotografen ist und bleibt ausschlaggebend für ein besonderes Bild. Und diesen besonderen Blick hat Michael Schwarze.

„Wenn ich in den Urlaub fahre, dann weiß ich schon 14 Tage vorher, wo und wann ich mit meiner Kamera stehe“, lacht der Mann, der schon „Braunschweiger des Jahres“ war für seinen Einsatz unter anderem bei „Eine Region für Kinder“, „Stark in den Tag“, die „Charity-Weihnachtskugel“ oder die Aktion „Unsere Superhelden.“

Die Street-Art-Aufnahmen leben von ihrer Authentizität und Spontanität.

Seinen positiven Blick auf die Welt hat sich Michael Schwarze immer bewahrt. Auch in Corona-Zeiten. Das kommt in seinen Bildern besonders gut zur Geltung. „Fotografieren ist einfach meine Leidenschaft“, sagt er, „und vor allem eines: pure Entspannung.“

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