Heißer Tanz auf weißem Boden - Neue Helmstedter
13. Februar 2021
Sport

Heißer Tanz auf weißem Boden

VfL-Frauen gewinnen erstes Pflichtspiel mit 3:2 gegen Potsdam

Die „Wölfinnen“ (hier Svenja Huth) haben auf schneebedecktem Boden gegen Potsdam gewonnen. Foto: Darius Simka/regios24

Wolfsburg (jne). Es war ein heißer Tanz auf weißem Untergrund: Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihr erstes Pflichtspiel des Jahres – auf schneebedecktem Boden im heimischen AOK-Stadion – mit 3:2 (2:1) gegen den 1. FFC Turbine Potsdam gewonnen.

„Aus meiner Sicht hätte das Spiel nicht angepfiffen werden dürfen. Auch wenn die Regularien besagen, dass Schnee kein Grund für eine Absage ist, muss man einfach sehen, dass sich ein Spiel komplett verändert. Das war heute alles andere als Fußball“, monierte VfL-Chefcoach Stephan Lerch und schob nach: „Beide Mannschaften haben Zeit gebraucht, um sich auf die Bedingungen einzustellen. Es gab auch einige riskante Aktionen, gerade am Anfang, die dem Platzzustand geschuldet waren. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Verletzungsrisiko, und das ist für mich ein Grund, ein solches Spiel nicht anzupfeifen.“

45 Minuten vor dem Anpfiff hatte es so stark zu schneien begonnen, dass die Rasenheizung im AOK-Stadion letztlich chancenlos war. Lediglich die Linien sowie die Torräume konnten noch freigeschaufelt werden, ansonsten präsentierte sich der Untergrund in einem satten Weiß.

Doch zurück zum Spiel, in dem die „Wölfinnen“ in Minute 23 erstmals jubeln durften: Debütantin Rebecka Blomqvist markierte per Hacke die 1:0-Führung für den VfL. Es war der Auftakt zu einer turbulenten Phase. Zwar glich Selina Cerci (30.) mit einem Sonntagsschuss aus, aber keine 60 Sekunden später führten die Gastgeberinnen erneut – Kathrin Hendrich hatte das Leder nach einer Ecke über die Linie gestochert. Und: Drei Minuten vor dem Seitenwechsel sah Potsdams Lea Bahnemann nach einem rüden Foulspiel Gelb-Rot.

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff gab es dann in Überzahl die kalte Dusche für den VfL: Ein weiter Einwurf rutschte durch, Nina Ehegötz zog ab – und traf zum 2:2. Doch auch diesmal antworteten die „Wölfinnen“ prompt: Zsanett Jakabfi krönte ihren feinen Sololauf mit einem Schlenzer ins lange Eck – das 3:2 (57.), es war zugleich auch der Endstand.

„Was ich natürlich hervorheben möchte ist, dass die Mannschaft eine tolle Moral gezeigt hat. Wir haben uns reingekämpft, die Bedingungen angenommen und uns immer gepusht. Ganz großes Kompliment für die mentale Leistung“, stellte VfL-Coach Stephan Lerch zufrieden fest, dessen Team am Sonntag (14 Uhr) das nächste Spitzenspiel im AOK-Stadion bestreitet. Der Tabellenzweite empfängt dann die drittplatzierte TSG 1899 Hoffenheim.

Eine positive Nachricht gab es zudem auch aus den eigenen Reihen: Anna Blässe, die dienstälteste Spielerin der „Wölfinnen“, bleibt dem VfL treu. Die 33-Jährige, die bereits seit 2007 das grün-weiße Trikot trägt, verlängerte ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr.

„Der VfL Wolfsburg ist wie ein Zuhause für mich, in dem ich mich rundum wohlfühle“, sagte Blässe. „Daher freue ich mich riesig, auch in der nächsten Saison hier zu sein. Ich kann mich einfach total mit diesem Verein und den Werten, für die er steht, identifizieren. Wir haben hier hervorragende Bedingungen sowie insgesamt ein gutes Klima.“

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