Auszeit im Winterwald - Neue Helmstedter
13. Februar 2021
Freizeit

Auszeit im Winterwald

Landesforsten schieben Waldwege frei

Die Forstwirte Martin Faulhaber und Reinhard Reuter zerlegen eine Lerche. Foto: Erik Beyen

Helmstedt/Mariental (eb). Der Winterwald ist ein einzigartig schöner Ort, um auszuspannen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Corona, das Wort kennt der Wald nicht, weil sich die Menschen dort prima aus dem Wege gehen können. Da ist sich Antje Feldhusen, Revierförsterin in Mariental, sicher.

Arbeiter haben gut zehn Kilometer Wege im Lappwald freigeschoben, etwa den Rundweg von der Drillingskiefer ausgehend oder jenen zur Walbecker Warte. „Die Hälfte haben wir für unsere Forstwirte freigeschoben, die andere Hälfte für Menschen, die dem Alltag entfliehen wollen“, so Feldhusen. Was für Mensch und Tier nämlich eine Einladung zum ausgiebigen Spaziergang darstellt, ist für die Forstarbeiter wichtig und praktisch. Die frostigen Temperaturen sind die perfekte Holzschlagzeit, wie Antje Feldhusen bei einem Lokaltermin erzählt.

Der Parkplatz an der Drillingskiefer ist prima freigeschoben. Und das wird wohl angenommen, nicht nur von Spaziergängern. Der Platz dient offenbar als Nottoilette, bei Schnee besonders gut zu sehen. Auf dem Weg durch den Lappwald kommt uns eine Frau mit gleich vier Hunden entgegen. Die Tiere seien gut ausgebildet, tut ihre Besitzerin kund. Eine beruhigende Information für das Wild im Wald. Denn auch deswegen haben die Forstarbeiter die Wege freigeschoben: Mensch und Hund sollen nach Möglichkeit auf den Wegen bleiben. Das Wild braucht Ruhe.

Eine gute Strecke geht es durch den Wald, dann hört man Motorsägen. Die gehören den Forstwirten Reinhard Reuter und Martin Faulhaber. Eben haben sie eine Lerche für den Abtransport vorbereitet. Sie liegt in Teilstücken auf dem frostigen Boden. „Die Bäume befinden sich derzeit im Ruhezustand“, erklärt Revierförsterin Antje Feldhusen. Das helfe, Schaden am stehenden Bestand zu vermindern.

Die beiden Forstwirte müssen trotzdem vorsichtig sein. Sie achten genau darauf, wohin ein Baum fallen darf, aus zwei Gründen: „Wir müssen Schaden am Jungholz vermeiden und die Stämme so werfen, dass der Schlepper sie gut aufnehmen kann“, erklärt Martin Faulhaber. Sein Vorarbeiter Reinhard Reuter markiert ein Teilstück des Stammes.  Es ist sechs Meter lang, misst 24 Zentimeter im Durchmesser und bekommt die Klassifizierung D. „Das ist kein so gutes Holz“, erklärt er.

Holzschlag und Spaziergänge sind die beiden Gründe für freie Waldwege, aber: „Wir müssen auch breit freischieben, damit im Zweifel der Rettungsdienst zu den Forstarbeitern kommt“, so Antje Feldhusen. Ihr Chef, Forstamtsleiter  Andreas Baderschneider, bittet  indes darum, Müll nicht im Wald zu lassen oder gar abzulegen und verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen, Rücksicht auf die Waldbewohner zu nehmen.

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