3. Januar 2021
Arbeit

„Gelder müssen sofort fließen“

DEHOGA-Bezirksvorsitzender Florian Hary mahnt Verantwortungsbewusstsein der Politik an

Hinsetzen verboten! Wie lange keine Gäste mehr bewirtet werden dürfen, ist derzeit offen. Foto: imago

Von Erik Beyen

Helmstedt. Die Gastronomie befindet sich seit Anfang November 2020 im zweiten Lockdown, und ein Ende ist nicht in Sicht. Längst spricht die Politik über eine Verlängerung der Zwangspause über den 10. Januar hinaus. Damit hat der Bezirksvorsitzende des DEHOGA Verbandes Braunschweiger Land – Harz, Florian Hary, grundsätzlich kein Problem. Allerdings verknüpft der Gastronom dies mit klaren Forderungen an die Politik.

Zwar gebe es Möglichkeiten der Öffnung, allerdings treffe der Lockdown grundsätzlich alle Betriebe. Hary vertritt 550 Gastronomie- und Hotelleriebetriebe vom Niedersächsischen Harz bis Weyhausen. Nicht nur, dass noch kein Betrieb die zugesagten Novemberhilfen vollständig erhalten habe, gebe es nach wie vor eine große Anzahl von Betrieben, die noch nicht einmal den Abschlag der Novemberhilfen auf dem Konto habe. „Das ist absolut nicht hinnehmbar“, sagt Hary und fordert: „Wenn wir eine Insolvenzwelle vermeiden wollen, müssen die November- und Dezemberhilfen sofort und vollständig ausgezahlt werden.“

Florian Hary.

Doch mit den Hilfen für die beiden letzten Monate des Jahres 2020 sei es nicht getan. „Die Überbrückungshilfen III müssen ab Anfang Februar fließen“, so Hary. Bei diesen Geldern handelt es sich um einen Zuschuss von bis zu 90 Prozent zu den Fixkosten der Betriebe. „Nur so kann gewährleistet werden, dass die Betriebe ihre Fixkosten auch bei einer vollständigen Schließung über die nächsten Monate begleichen können.“ Hinzu komme, dass selbst die Überbrückungskosten II zum Großteil noch nicht ausgezahlt wurden. Für Florian Hary ist das kein Wunder, denn: „Diese Gelder werden ja gegen die November- und Dezemberhilfen gerechnet. Daher haben sie viele Betriebe nicht in Anspruch genommen.“

Grundsätzlich ist der Gastronom mit den zusagten Hilfen und Unterstützungen einverstanden und zufrieden, aber: „Die Art und Weise der Abwicklung ist nicht tolerierbar.“ Es gehe hier um das blanke Überleben der Betriebe, sprich um Existenzen, nicht um irgendwelche Bonuszahlungen.
Trotz alledem: „Ich glaube schon, dass wir im Frühjahr mit einer Öffnung der Gastronomie und Hotels rechnen dürfen, und sich die Lage im Laufe des Jahres mehr und mehr entspannen wird.“

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