5. Dezember 2020
Sport

„Wildes Spiel“ der Wölfe

VfL Wolfsburg siegt gegen Bremen 5:3 und findet sich auf dem fünften Tabellenplatz wieder

Wolfsburgs Xaver Schlager (links) setzt sich gegen Christian Groß vom SV Werder Bremen durch. Foto: Darius Simka/regios24

Wolfsburg. Es war Werbung für den Fußball, beste Werbung für die Bundesliga: Der VfL Wolfsburg hat am neunten Spieltag sein Heimspiel gegen Werder Bremen mit 5:3 (3:2) gewonnen und findet sich weiterhin ungeschlagen auf dem fünften Tabellenplatz wieder.

Mehr noch: Sollten die Wölfe am heutigen Samstag (15.30 Uhr) in der Auswärtspartie beim 1. FC Köln keine Niederlage kassieren, hätten sie einen neuen VfL-Bundesliga-Startrekord aufgestellt.

„Sehr schade, dass das Stadion nicht voll sein konnte. Gerade bei diesem Spielverlauf wäre hier richtig was los gewesen“, meinte VfL-Chefcoach Oliver Glasner, der vollkommen zu Recht von einem „wilden Spiel“ sprach, das es wahrlich in sich hatte und nicht nur für den „Herrn der Wölfe“ zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle werden sollte.

Beide Mannschaften hatten mit ihren langen Serien im Rücken allen Anlass, selbstbewusst in die Partie zu gehen: Auf der einen Seite die bis dato ungeschlagenen Wolfsburger, auf der anderen Seite die Bremer, die zuvor fünfmal in Folge 1:1-Unentschieden gespielt hatten – unter anderem in der Vorwoche beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München.

Entsprechend furios ging es auch los: Die Wölfe nahmen von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand, den ersten Wirkungstreffer erzielten aber die Gäste. Maxence Lacroix vertändelte an der Außenlinie das Leder gegen Yuya Osaka, der Japaner bediente in der Mitte Leonardo Bittencourt – und nach 13 Minuten führte Werder plötzlich mit 1:0.

Neun Minuten später fasste sich dann Ridle Baku ein, zog in die Mitte und mit links ab – der verdiente 1:1-Ausgleich für den VfL, der nur 180 Sekunden später erneut jubeln durfte. Josip Brekalo vernaschte mehrere Bremer im Strafraum, flankte punktgenau auf John Anthony Brooks, und der köpfte unhaltbar zum 2:1 ein.

Wer nun gedacht hatte, das Spiel würde sich eine Auszeit nehmen, der lag komplett falsch: Es ging temporeich und turbulent weiter. Der früh eingewechselte Kevin Möhwald, der für den verwarnten Jean-Manuel Mbom gekommen war, verlängerte einen Eckstoß unhaltbar per Kopf zum 2:2-Ausgleich in die Maschen (35.).

Doch wieder einmal hatte der VfL die passende Antwort parat: Admir Mehmedi legte nur 120 Sekunden später für Wout Weghorst auf, und der Niederländer traf im Grätschen zum 3:2-Halbzeitstand.

Pause, Zeit zum Durchschnaufen – aber eben nur kurz! Denn es ging mit Vollgas weiter. Eine scharfe Hereingabe von Milot Rashica sprang von John Anthony Brooks Bein an den Innenpfosten und von dort ins Tor – ein Eigentor, das 3:3 für Werder. Josip Brekalo (55.) und Maximilian Arnold (56.) verpassten diesmal die postwendende Antwort.

Nun witterten die Bremer Morgenluft, hatten durch Rashica (59.) und Bittencourt (64.) selbst zwei gute Chancen, um in Führung zu gehen, ließen diese jedoch aus. Und das bestraften die Wölfe eiskalt: Nach einer herrlichen Flanke Jerome Roussillons schraubte sich Weghorst am langen Pfosten hoch und köpfte gegen die Laufrichtung zur 4:3-Führung (76.).

Obwohl Möhwald (80.) zu Recht Gelb-Rot gesehen hatte, blieb es bis weit in die Nachspielzeit spannend, ehe der eingewechselte Bartosz Bialek mit dem 5:3 den Deckel drauf machte.

Diese Leistung wollen die Wölfe nun heute in Köln veredeln und weiter ungeschlagen bleiben. Allerdings sollten die Grün-Weißen gewarnt sein: Die Elf von Trainer Markus Gisdol überraschte zuletzt mit einem 2:1-Erfolg beim Titelanwärter Borussia Dortmund und tankte mit dem ersten Saisonsieg entsprechend Selbstvertrauen.

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