Schöne Weihnacht für Schneeleoparden - Neue Helmstedter
28. November 2020
Tiere

Schöne Weihnacht für Schneeleoparden

Die Tiere brauchen ein eigenes Gehege – Das Artenschutzzentrum startet eine Aktion

Das Artenschutzzentrum in Grasleben will ein Gehege für Schneeleoparden bauen. Daran können sich Menschen sozusagen als Grundstückspaten beteiligen. Foto: oh

Grasleben (red). Wer das Artenschutzzentrum in Grasleben betritt, begibt sich in eine eigene kleine Welt, in der Geparden, Servale, Nebelparder, Ozelots und Schneeleoparden den Ton angeben.

Noch wird kräftig gebaut, aber das Zentrum hat seinen Betrieb inzwischen aufgenommen und beherbergt bereits einige Tiere, darunter drei Schneeleoparden. Die sollen möglichst bald ein eigenes großes Gehege bekommen. „Man sagt etwa 100 Quadratmeter pro Pärchen“, erklärt der Geschäftsführer des Zentrums Tobias Froböse.

Graslebens Bürgermeisterin Veronika Koch und Samtgemeindebürgermeister Gero Janze statteten dem Artenschutzzentrum kürzlich einen Besuch ab, um Teil einer Weihnachtsaktion zu werden: Sie kauften ein kleines Stück der künftigen Gehegefläche und wurden so zu echten Artenschützern.

Die 100 Quadratmeter pro Schneeleopardenpärchen lassen sich, so erläutert Froböse, nicht einfach so umsetzen, denn in der Natur treffen sich die Tiere lediglich zur Paarungszeit. Die Leoparden des Artenschutzzentrums sind demnach bereits in Gefangenschaft geboren, also nicht der Natur entnommen. „Das ist ganz wichtig, denn es geht ja darum, den Fortbestand der Arten zu sichern“, so Froböse. Dafür arbeitet das Zentrum mit verschiedenen zoologischen Einrichtungen zusammen. Tiere werden zugeteilt.

Die Weihnachtsaktion soll helfen, das Gehege für die drei im Zentrum lebenden Schneeleoparden bald schon bauen zu können. An einem Bauzaun haben Froböse und seine Buchhalterin Alexandra Drick einen Lageplan aufgehängt. Wer sich für eine Schneeleoparden-Box entscheidet, das ist sozusagen der Beweis für den ganz persönlichen Anteil, darf sich auf diesem Plan seine Parzelle mit einer Tatze sichern, kleine Überraschung inklusive. Was sich in der Box befindet, verrät das Team um Tobias Froböse nicht.

Das Artenschutzzentrum in Grasleben gilt als zoologische Einrichtung. Eben bauen sie Abstandszäune entlang der Gehege, damit kleine und größere Leute ihre Finger nicht einfach durch den Zaun des Geheges stecken können. Auch wenn die Tiere nicht in Freiheit leben und sogar auf ihre Namen hören, so sind es doch Wildtiere. Bald schon soll das Zentrum auch als richtiger Zoo agieren, mit Eingangsbereich und Kassenhäuschen, kleinem Shop und einem Spielplatz. Tobias Froböse würde sich freuen, wenn sich die Menschen in Grasleben an diesem Spielplatz mit Ideen für Spielgeräte beteiligten.

Wie alle zoologischen Einrichtungen ist auch das Artenschutzzentrum vom Lockdown betroffen. Das schließe aber private Einzelführungen nicht aus, so Froböse. Auch ein Engagement für den Artenschutz ist davon unabhängig. Und so bietet das Zentrum auf seiner Internetseite verschiedene Möglichkeiten für einen ganz persönlichen Einsatz im Sinne der Tiere an.

Am Rande des Geländes hat übrigens der Verein Carnivora Wildtier – und Artenschutzhilfe Grasleben e.V. seinen Sitz.

Weitere Infos zur Weihnachtsaktion des Zentrums sowie über den Tierbestand gibt es im Internet unter www.artenschutzzentrum-grasleben.de.

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