Ran an die Rührschüsseln! - Neue Helmstedter
27. November 2020
Freizeit

Ran an die Rührschüsseln!

NH-Redakteurin Maria Lüer backt mit ihrer Freundin Kekse zum ersten Advent

Sabrina Thiele und NH-Redakteurin Maria Lüer produzieren die ersten Bleche leckerer Weihnachtsplätzchen. Foto: Martin Lampe/oh

Helmstedt. Zarte Linzer Augen und mürbe Vanillekipferle, die einem auf der Zunge zergehen. Dazu würziger Lebkuchen und feine Zimtsterne – ohne Kekse wäre die Adventszeit doch nur halb so schön.

Und fürs Backen gilt: Zusammen ist man weniger allein. Deshalb schnappe ich mir eine Freundin und produziere mit ihr die ersten Bleche leckerer Weihnachtsplätzchen.

Unsere Mission will gut vorbereitet sein. Bereits eine Woche zuvor haben wir angefangen, Rezepte rauszusuchen und dafür einzukaufen. Aber egal, wie gut der Einkaufszettel ist, irgendetwas vergisst man dennoch. So zum Beispiel die bunten Zuckerstreusel. Beim Verzieren müssen wir später also ein bisschen improvisieren.

„Willkommen in der Weihnachtsbäckerei“, empfange ich meine Mitbäckerin in der Küche und lege ihr die Schürze an. Ich drehe die Musik laut auf und mit Mariah Careys „All I Want for Christmas Is You“ auf den Lippen geht es zugleich ran an die Rührschüsseln.

Mehl, Butter, Marzipan, Puderzucker und ein Ei wandern hinein. Mit den Händen kneten wir die Zutaten für die Engelsaugen, bis ein glatter Teig entsteht. Während dieser im Kühlschrank kurz abkühlt, bereiten wir noch einen Mürbeteig für die Zimtsterne vor. Was sich erst einmal einfach anhört, entpuppt sich im Nachhinein als eine nervenaufreibende Angelegenheit. „Das gibt’s doch nicht“, tönt es aus unserer Weihnachtsbäckerei. Denn auch wenn die Zutatenliste simpel ist, muss der Teig ab einem gewissen Punkt – oder von Anfang an – von Hand geknetet werden. Und immer, wenn wir das Gefühl haben, dass er zusammenhält, zerfällt er wieder.

Plätzchen ausstechen: Sabrina Thiele und Maria Lüer (von links) sind in ihrem Element.

Mittlerweile ist der Küchenboden bedeckt von Mehl, aber wir sind jetzt völlig in unserem Element. Zum fünften Mal trällern wir Bryan Adams „Christmas Time“ – zugegeben etwas schief – und beginnen damit kleine Kugeln aus dem ersten Teig zu rollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech zu legen. In die Mitte der kleinen Bälle stechen wir mit unseren Fingern Mulden und füllen in diese mit zwei Teelöffeln etwas Gelee ein. Das ist keine Hexerei – auch wenn wir feststellen müssen, dass wir nicht unbedingt die geborenen Teig-Formerinnen sind.

In die Mulden der Engelsaugen füllt Sabrina Thiele mit zwei Teelöffeln etwas Gelee ein.

Einen heißen Glühwein später sind die Zimtsterne dran. Wir rollen den Teig und stechen mit einer Form Sterne aus. Diese bestreichen wir mit einem Ei, das wir mit der Gabel ein wenig verschlagen haben, und bestreuen sie mit Zimtzucker. Die mit Plätzchen belegten Bleche wandern in den Backofen und wir haben etwas Zeit, um die Küche, die einem Schlachtfeld gleicht, ein bisschen aufzuräumen. Dabei stimmen wir „Do They Know It’s Christmas“ an. Inzwischen zweistimmig.

Der Ofen piept dreimal, unsere Plätzchen sind fertig. In der Wohnung duftet es aus allen Ecken nach Weihnachten. Wir legen die letzten Handgriffe an, verzieren die Kekse mit Puderzucker und dekorieren mit Zuckerguss. Mmmh köstlich – bis Weihnachten werden sie wohl nicht überleben.

Die fertigen Plätzchen – mmhh, köstlich!

Die Rezepte

Engelsaugen
Zutaten für den Teig
200 g Mehl, 200 g Marzipanrohmasse, ein Ei, 100 g Butter, 50 g Puderzucker, zwei bis drei Tropfen Zitronenaroma
Füllung
½ Glas Gelee Deko Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten. Den Teig für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Anschließend kleine Kugeln aus dem Teig rollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. In die Mitte der Kugeln mit dem kleinen Finger Mulden stechen und mit zwei Teelöffeln etwas Gelee einfüllen. Die Engelsaugen bei 200 Grad Ober- und Unterhitze für 15 Minuten backen, bis sie leicht golden sind. Die fertigen Plätzchen mit Puderzucker bestäuben.

Zimtsterne
Zutaten für den Teig
250 g Mehl, 175 g Butter, 50 g Saure Sahne (Schmand oder Crème fraîche gehen auch), 50 g Zucker
Zum Bestreuen
Zimtzucker, ein Ei
Zubereitung
Aus den Zutaten einen geschmeidigen Mürbeteig herstellen und in Frischhaltefolie eingewickelt etwa 30 Minuten kaltstellen. Den Teig anschließend ausrollen und ausstechen. Auf ein Backblech setzen. Das Ei verschlagen, die Sterne damit einstreichen und mit Zimtzucker bestreuen. Im Ofen bei 175 Grad etwa zehn bis zwölf Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind.

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