Preise für die Chefs von der Schulbank - Neue Helmstedter
21. November 2020
Menschen

Preise für die Chefs von der Schulbank

Erfolg beim Norddeutschen Schulpreis der Wirtschaftsjunioren: Schülerfirmen räumen ab

Als Kochen noch ohne Mundschutz möglich war: Mary (links) und Cäcil von der Wichernschule Königslutter  bereiten für die GenussWerkstatt Kürbis zum Trocknen vor, der später zu Risotto verarbeitet wird. Foto: BZV-Archiv/Wichernschule/Uta Klose-Blaurock

Königslutter/Schöningen. Der Erfolg steht ihnen gut: Die Eichendorffschule Schönigen und die Wichernschule aus Königslutter haben mit ihren Projekten den zweiten und dritten Platz beim Norddeutschen Schulpreis der Wirtschaftsjunioren Hanseraum gemacht. Die Preisgelder wurden coronabedingt im Rahmen einer Videokonferenz an die zugeschalteten Schulvertreter vergeben.

Suppen, Nudeln, Wurst und Gewürze sind nur ein Teil der selbsthergestellten Produkte, die die Schüler der Wichernschule in ihrem eigenen Laden oder auch auf Veranstaltungen verkaufen. Die GenussWerkstatt hat sich ein solides Netzwerk an lokalen Lieferanten aufgebaut und vertreibt die Produkte auch in regionalen Supermärkten.

„Besonders interessant fand die Jury, dass die Schülergenossenschaft seit 2017 über eine Bio-Zertifizierung verfügt“, teilt Dr. Doris Skala-Gast, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung der Wirtschaftsjunioren Braunschweig zuständig ist, mit.

Hinzu käme, dass sehr viel Wert darauf gelegt wird, die Schüler zur Ausbildungsreife zu führen und ihnen Schlüsselqualifikationen und Motivation für eine spätere Ausbildung mitzugeben. Belohnt wurde das alles mit dem dritten Platz und einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro. „Wie cool ist das denn? Wir trotzen dem Coronablues mit einem dritten Platz beim Wettbewerb zum Norddeutschen Schulpreis“, lassen die Schüler auf ihrer Homepage verlauten.

1000 Euro und den zweiten Platz errang die Schülerfirma Eichendorff Enterprise der Eichendorffschule Schöningen in Kooperation mit dem Forschungszentrum Schöningen für ihre selbsthergestellten und ökologischen Seedbombs. Die kleinen Saatkugeln aus Lehm, Wasser und verschiedenen Blumensamen sind in Stoffresten verpackt. „Wir möchte hierdurch erreichen, dass die Biodiversität auf kargen Flächen gesteigert wird und für Bienen und andere Insekten mit Blühpflanzen neuer Lebensraum geschaffen wird“, erklären die Schüler.

Den zweiten Platz errang die Schülerfirma Eichendorff Enterprise der Eichendorffschule Schöningen für ihre selbsthergestellten Seedbombs. Im vergangenen Jahr stellten die Schüler ihre Saatkugeln dem ehemaligen Bürgermeister Henry Bäsecke (Mitte) vor. Foto: Archiv/Stadt

Selbstverständlich käme der wirtschaftliche Bezug nicht zu kurz: Die Firma hat zwölf Abteilungen, mit denen die Struktur eines Unternehmens abgebildet wird, und in denen theoretisches und praktisches Wissen in verschiedenen Arbeitsbereichen vermittelt wird.

Übrigens: Die zweit- und drittplatzierten Gewinner aus dem Landkreis Helmstedt hatten an der von der Stiftung der Wirtschaftsjunioren mitorganisierten Schülerfirmenmesse in den Schloss-Arkaden Braunschweig teilgenommen. Dort wurden sie auf den Wettbewerb des Norddeutschen Schulpreises aufmerksam gemacht und haben sich prompt beworben.

„Schülerinnen und Schüler für Wirtschaft und unternehmerische Tätigkeiten zu begeistern und ermuntern am Ball zu bleiben – das wollen wir mit unserem Wettbewerb erreichen“, begründet Hanseraumsprecher Timo Viertel das Engagement der Wirtschaftsjunioren mit ihrem Schulpreis. „Schule und Wirtschaft müssen weiter eng zusammenarbeiten, auch wenn gemeinsame Präsenzveranstaltungen aktuell nur schwer durchführbar sind. Die Vermittlung von wirtschaftlichen Grundlagen gehört in den Lehrplan aller Schulformen. Der Einstieg in die weitere Ausbildung fällt den Schülern so leichter und hilft auch den ausbildenden Unternehmen“, so Viertel.

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