Bayern fegt Wölfinnen vom Platz - Neue Helmstedter
20. November 2020
Sport

Bayern fegt Wölfinnen vom Platz

Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg unterliegen im Spitzenspiel mit 1:4

Viel Zeit, um die Schlappe im Spitzenspiel gegen den FC Bayern zu verkraften, bleibt den Wolfsburgerinnen (hier im Bild: Felicitas Rauch) nicht. Foto: Darius Simka/regios24

Wolfsburg. Sie wurden unter Wert geschlagen, keine Frage. Aber sie wurden eben auch deutlich geschlagen: Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg unterlagen im Spitzenspiel beim Tabellenführer FC Bayern München letztlich deutlich mit 1:4 (0:2) und haben damit bereits fünf Punkte Rückstand auf den weiterhin makellosen Klassenprimus.

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir das Spiel dann doch so klar verloren haben. Wir hatten uns mehr vorgenommen, wollten nicht ohne Punkte die Rückreise antreten“, konstatierte VfL-Chefcoach Stephan Lerch, für dessen Schützlinge es die erste Punktspiel-Niederlage seit Februar 2019 war. Damals hatte es eine 2:4-Schlappe an gleicher Stätte gegeben, am Bayern Campus.

Der große Unterschied zwischen den beiden „Überfliegern“ der Bundesliga war die Effizienz im Spiel, das musste auch Lerch anerkennen. „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht. Wir hatten viel Ballbesitz und haben die Bayern in Schach gehalten. Nur im Übergang ins letzte Drittel waren wir nicht zielstrebig genug. Die Bayern waren dagegen brutal effektiv. Das war für uns bitter, dass wir mit einem 0:2-Rückstand in die Pause gegangen sind.“

Zwei Bayern-Chancen, zwei Bayern-Tore: So ließ sich die insgesamt ausgeglichene erste Halbzeit zusammenfassen, in der die Wölfinnen glücklos blieben. Wie in der neunten Minute beispielsweise, als Schiedsrichterin Karoline Wacker nach einem Handspiel von Bayerns Sarah Zadrazil zunächst auf den Elfmeterpunkt zeigte, um dann ihre Entscheidung zu revidieren und auf Stürmerfoul zu entscheiden.

Beide Teams warteten ab, standen defensiv sicher – bis der Spitzenreiter seine erste Möglichkeit durch Viviane Asseyi (26.) gleich zur 1:0-Führung nutzte. Der VfL war um eine Antwort noch vor dem Seitenwechsel bemüht: In der 40. Minute fehlten Svenja Huth bei einer Flanke von Zsanett Jakabfi nur wenige Zentimeter zum Ausgleich. Doch dann wurde wieder auf der Gegenseite gejubelt: Nach einem Freistoß der Ex-Wolfsburgerin Lina Magull lenkte Marina Hegering das Leder zum 2:0 für ihr Team über die Linie (42.).

Die zweite Hälfte begann mit zwei offensiven Wechseln beim VfL – Fridolina Rolfö und Shanice van de Sanden kamen in die Partie – und der nächsten bitteren Pille für die Wölfinnen. Nach einem Fehler im Spielaufbau nahm Klara Bühl Tempo auf und legte scharf für Lineth Beerensteyn quer, die den Ball in die Maschen setzte – das 0:3 (46.).

„Wir sind denkbar schlecht in die zweite Halbzeit gestartet. Aber dann hat die Mannschaft Moral bewiesen. Wir haben immer daran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können, aber dann haben wir leider das vierte Tor kassiert. Da war der Deckel drauf“, konstatierte Stephan Lerch, dessen Team durch einen von Lena Goeßling sicher verwandelten Foulstrafstoß auf 1:3 (64.) verkürzte. Es war zugleich der erste Gegentreffer für die Bayern in dieser Spielzeit.
Den Schlusspunkt in dieser Partie setzten erneut die Wölfinnen – allerdings auf der falschen Seite. Nach einer flachen Hereingabe von Magull grätschte Dominique Janssen den Ball unglücklich zum Endstand ins eigene Netz – 1:4 (78.).

Viel Zeit, um die Schlappe im Spitzenspiel zu verkraften, blieb den Wolfsburgerinnen allerdings nicht. Bereits am gestrigen Freitagabend stand das Heimspiel gegen den Tabellenfünften Eintracht Frankfurt (bei Redaktionsschluss nicht beendet) auf dem Programm. Anschließend ging es in die nächste Länderspielpause.

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