7. November 2020
Sport

Die Blicke nach oben gerichtet

Für die Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg soll nun unbedingt der zweite Saisonsieg her

Ridle Baku (Zweiter von rechts) jubelt mit seinen VfL Wolfsburg-Mannschaftskollegen nach seinem Tor zum 1:1. Foto: Darius Simka/regios24

Wolfsburg. Sie bleiben auch nach sechs Saisonspielen ungeschlagen – und treten doch weiter auf der Stelle in der Bundesliga: Die Fußballer des VfL Wolfsburg entführten mit dem 1:1 (1:1)-Unentschieden bei Hertha BSC zwar einen Punkt aus Berlin, spielten damit aber bereits zum fünften Mal Unentschieden in dieser Spielzeit – und stecken im Mittelfeld der Tabelle fest.

„Über die gesamtem 90 Minuten können wir mit dem Punkt heute zufrieden sein. Wir haben eine sehr gute Anfangsphase von uns gesehen, obwohl wir dann mit dem ersten Angriff von Hertha mit 0:1 im Rückstand waren. Danach gab es eine tolle Reaktion, wir haben sehr schöne Angriffe nach vorne gespielt und auch ein wunderbares 1:1 erzielt“, fasste VfL-Cheftrainer Oliver Glasner zusammen, für den der Punkt am Ende „in Ordnung“ war.

Glasner musste in Berlin nicht nur Kapitän Josuha Guilavogui (Muskelfaserriss) ersetzen, sondern kurzfristig auch noch auf Maximilian Arnold verzichten. Der Mittelfeldakteur wollte bei der Geburt seines zweiten Kindes dabei sein und reiste deswegen ab. Dafür kehrte zumindest Josip Brekalo nach seiner Covid-19-Quarantäne wieder zurück und stand prompt in der Startelf.

Die Wölfe legten in der Hauptstadt gleich den Vorwärtsgang an – und jubelten frühzeitig. Allerdings wurde der Treffer von Neuzugang Maximilian Philipp in der dritten Minute wegen einer Abseitsstellung zu Recht nicht gegeben. Keine drei Minuten später schlug es dafür auf der anderen Seite ein: Matheus Cunha rutschte bei seinem Flachschuss zwar weg, doch dieser landete unhaltbar für VfL-Keeper Koen Casteels im langen Eck.

Nach dieser kalten Dusche brauchten die Wolfsburger nur kurze Zeit, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen: Josip Brekalo (17.) und Yannick Gerhardt (18.) hatten erste Chancen auf den Ausgleich. Den besorgte dann nur 120 Sekunden später Neuzugang Ridle Baku: Philipp legte zurück, der Ex-Mainzer zog mit links aus 16 Metern ab und traf sehenswert in den rechten Winkel – sein erster Treffer im Dress der Grün-Weißen. 1:1, mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause.

Der zweite Durchgang ging dann an die Berliner, die durch Dodi Lukebakio (53.), Jhon Cordoba (72., 81.) und Dedryck Boyata (84.) gute Möglichkeiten auf den Siegtreffer besaßen. Die beste VfL-Chance nach dem Wechsel bot sich Torjäger Wout Weghorst (77.), der sein Ziel per Kopf knapp verfehlte. „Wir hatten sehr gute Torchancen, aber als ehemaliger Stürmer weiß man, dass nicht jeder Ball reingeht. Das ist schade, gerade in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft noch einmal eine Schippe raufgelegt“, meinte Herthas Trainer Bruno Labbadia nach dem Remis gegen seinen Ex-Verein.

Weiter geht’s für die Wölfe nun am Sonntag (15.30 Uhr) vor heimischer Kulisse: Dann ist Tabellennachbar TSG Hoffenheim zu Gast in der Volkswagen-Arena, der aktuell nur einen Punkt hinter dem gastgebenden Tabellenelften zurückliegt. Gegen die Kraichgauer soll für die Glasner-Mannen nun unbedingt der zweite Saisonsieg her, damit die Blicke nach oben gerichtet werden können – und der VfL nicht weiter auf der Stelle tritt…

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