Burgmauer wächst Stein für Stein zu - Neue Helmstedter
29. Oktober 2020
Allgemein

Burgmauer wächst Stein für Stein zu

Die Teil-Rekonstruktion der Deutschordenskirche in der Elmsburg ist jetzt abgeschlossen

Kreisarchäologin Dr. Monika Bernatzky (rechts) und Landrat Gerhard Radeck (links) dankten allen Projektbeteiligten für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Foto: BZV-Archiv/Markus Brich

Schöningen. Dichter Wald, alte Mauern und eine Menge Historie – Tagesausflügler und Wanderfreunde können sich ab sofort über ein neues Ziel in der Region freuen: Die Teil-Rekonstruktion der Deutschordenskirche in der Schöninger Elmsburg ist abgeschlossen und ein neuer Rundweg verrät die Geheimnisse der vorgeschichtlichen Wallanlage.

Gestartet war das Projekt, das in den Händen von Kreisarchäologin Dr. Monika Bernatzky lag, im Herbst 2018, als der Kirchengrundriss vorsichtig freigelegt wurde. Anschließende Untersuchungen lieferten eine Grundlage für die Teilaufmauerung der aus dem 13. Jahrhundert stammenden, mittelalterlichen Ruine – und so wurde das Gelände mit handwerklich größter Sorgfalt und entsprechenden Vorgaben des Denkmalschutzes wieder hergerichtet.

Förderungen der Europäischen Union aus den Mitteln des Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (LEADER), der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der Bürgerstiftung Ostfalen und der Treuhandstiftung Hof Strube haben all dies möglich gemacht.

„Eine Kiesschüttung verdeutlicht den Innenraum des ehemaligen Kirchenschiffes und gibt den Mauern außen einen Rahmen, der sie von der Waldumgebung absetzt“, beschreibt Michael Wesche vom Referat für Assistenz und Kommunikation beim Landkreis Helmstedt den alten Ort und führt fort: „Ein Altarblock ist neu errichtet und mit einer Platte aus Sandstein versehen worden. In diese ist das Deutschordenskreuz eingemeißelt.“ Außerdem wurde an der Westwand eine Klangwand, gefördert von der Hans und Helga Eckensberger Stiftung, installiert.

Die Natur und Geschichte erwandern können Besucher nun auf einem Rundgang: Über die Besonderheiten der vorgeschichtlichen Wallanlage, in deren Mitte später die Burganlage hineingebaut wurde, gibt ein ausgeschilderter Weg Auskunft. Er führt vom Findling „Goldener Hirsch“ bis hin zu den Hügelgräbern aus der Zeit des Übergangs von der späten Steinzeit in die Bronzezeit um 2000 vor Christus.

Über die Besonderheiten der vorgeschichtlichen Wallanlage, in deren Mitte später die Burganlage hineingebaut wurde, gibt ein ausgeschilderter Rundweg Auskunft. Foto: Landkreis/oh

„Die neu gestaltete Elmsburg erfreut sich bereits jetzt eines hohen Besucheraufkommens und wird gerade in der Zeit der Corona-Beschränkungen sehr gut angenommen. Die Resonanz ist überaus positiv“, lautet das Fazit des Landkreises Helmstedt. In Zukunft könnten in und an der ehemaligen Deutschordenskirche Veranstaltungen – etwa Waldgottesdienste, Lesungen, Pilgerwanderungen, Erzähl- oder Klangprojekte – gut stattfinden.

Weitere Infos gibt es unter www.elmsburg.de.

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