25. Oktober 2020
Kultur

Für Klagen bleibt Machern keine Zeit

Der Museumsverein in Grasleben macht die Salzgemeinde weit über den Landkreis Helmstedt hinaus bekannt

Durch die Corona-Pandemie mussten Gabriele und Heinrich Lohrengel vom Museumshof Grasleben viele Aktionen und Veranstaltungen ausfallen lassen. Foto: Erik Beyen

Grasleben. Sie haben richtig viel vor, die Mitglieder des Vereins „Der Markgrafsche Hof Museum Grasleben“.

Und von Corona lassen sie sich dabei nicht aufhalten, wenngleich: „Es ist schon ziemlich schwierig geworden“, sagt die erste Vorsitzende, Gabriele Lohrengel. Mit ihr und ihrem Ehemann, zugleich zweiter Vorsitzender des Vereins, sprachen wir über die Vereinsarbeit in Corona-Zeiten und die Pläne der Bewahrer des kulturellen Erbes Graslebens.

Auf den Punkt 115 Mitglieder zählt der Verein. Das war längst nicht immer so, doch die Lohrengels und das Vorstandsteam mit Martina Döring, Marcel Luckstein, Regine Wantier und Gabriele Hasenfuß sind fleißig und kümmern sich um Wachstum in Sachen Mitgliedschaft. Das braucht der Verein auch denn: „Durch die Corona-Pandemie mussten und müssen viele Aktionen und Veranstaltungen ausfallen“, erklärt Gabriele Lohrengel.

So dürfen keine Führungen durch die aktuelle Ausstellung „100 Jahre Salzstreuer“ stattfinden. Auch andere Veranstaltungen sind ob der Corona-Regeln nur schwer bis gar nicht durchführbar. Die laufenden Kosten aber bleiben. „Allein der Unterhalt des Hofes beläuft sich auf etwa 6500 Euro im Jahr“, sagt die Vorsitzende.

Für Klagen bleibt den Machern des Vereins jedoch keine Zeit, und sie halten auch nichts davon, im Gegenteil: Sie haben richtig viel vor. Im nächsten Jahr soll der Innenhof des Markgrafschen Hofes an der Helmstedter Straße in Grasleben barrierefrei umgestaltet werden.

Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm, also EU-Geld, unterstützt, denn der Verein und sein Museumshof haben inzwischen eine Strahlkraft, die weit über den Landkreis Helmstedt hinaus geht. „Der Landkreis hat so viel zu bieten“, erklärte Gabriele Lohrengel unlängst. Wenn man also Grasleben als Teil des Kreises in der Welt bekannt macht, so profitieren letztlich alle. Die Welt ist vielleicht etwas groß gegriffen, aber: „Unsere Mitglieder kommen tatsächlich aus ganz Deutschland“, ist Lohrengel zu Recht stolz.

Es ist eine Mischung aus persönlichem Engagement und der Themenbreite, die sie im Salzhaus zu Grasleben behandeln. Bevor es um die Salzstreuer ging, sorgte die Ausstellung „Das Versteck“ für große Aufmerksamkeit. Sie drehte sich um NS-Beutekunst, die im Salzbergwerk Grasleben eingelagert war. Zu der Ausstellung gibt es übrigens ein Buch von Heinrich Lohrengel.

Die aktuelle Schau zur Geschichte der Salzstreuer ist eigentlich eine ganz logische Sache. Wo sonst, wenn nicht in Grasleben, wäre sie bestens platziert? Parallel dazu läuft ein Rekordversuch: Gabriele Lohrengel sammelt Salzstreuer aus der ganzen Welt. Sie will die größte Streuersammlung Deutschlands und, vielleicht, der ganzen Welt in Grasleben installieren. Das hat der kleinen Gemeinde Bekanntheit durch Funk- und Fernsehberichte gebracht.

Über die nächste Ausstellung macht sich das Museumsteam auch schon Gedanken. Es soll um das Dorfleben gestern, heute und morgen gehen. „Wir sammeln noch Gedanken und Ideen dazu“, erklärt Heinrich Lohrengel.

Derweil kehrt Leben unter Corona-Bedingungen auf den Hof zurück. „Sonntags ist die Kaffeestube von 15 bis 17 Uhr geöffnet“, so Gabriele Lohrengel. Dieser Tage fand dort ein Lesungstag statt, am 22. November öffnet das „Etagerenparadies“, und am 12. Dezember findet ein offenes Singen auf dem Hof statt.

Wer mehr über den Verein und seine Aktivitäten wissen möchte – Infos gibt es im Internet unter www.museumgrasleben.de.

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