Nase an Linse: „Dann is’ se natürlich dran“ - Neue Helmstedter
17. Oktober 2020
Kunst

Nase an Linse: „Dann is’ se natürlich dran“

Peter Meier stellt im Schauraum des Autohauses Klein Fotografien aus

Martin Klein (links) und Fotograf Peter Meier mit dem Bild der Bilder, einer Ringelnatter, der er Nase an Linse gegenüberlag. Foto: Erik Beyen

Mariental. Sein erster Fotoapparat war gar nicht seiner, sondern der seines Vaters. „Ich glaube, das war eine Agfa“, sagt Peter Meier. Der 76 Jahre alte pensionierte Rettungsassistent richtet die Linsen seiner Kamera schon seit seiner Jugend auf Flora und Fauna.

Das Ergebnis sind einmalige Momentaufnahmen, die „… eigentlich jeder sehen kann, der mit offenen Augen durch die Welt geht“, meint Meier. Ab Montag sind an die 60 seiner Fotografien im Schauraum des Autohauses Klein in Mariental zu sehen. Die Schau hat neben der Liebe zu Kunst und Natur auch einen aktuellen Hintergrund: „Wegen der Coronapandemie können viele Veranstaltungen nicht stattfinden, auch unser Martinimarkt, den wir hier sonst durchführen“, erklärt Martin Klein. Die Ausstellung sei daher eine sehr willkommene Alternative.

Meiers große Liebe sind Libellen und Schmetterlinge. „Wir haben in Deutschland zwischen 60 und 75 Schmetterlingsarten, kennen aber nur fünf“, führt der Naturfotograf aus. Er weiß inzwischen über rund 45 Bescheid, allesamt mit seiner Linse festgehalten. Und so zieren die sonst weißen Wände des Schauraums Bilder von Schmetterlingen, Libellen beim Paarungsakt und Vögeln, darunter der Wiedhopf auf Stippvisite am Kaiserstuhl. „Da kommen die drei Monate hin, um sich um den Nachwuchs zu kümmern“, weiß Meier zu erzählen.

Für seine beeindruckenden Fotos, für die Ausstellung im Vollformat auf Leinwand gedruckt, muss er gar nicht immer weit reisen. „Wir suchen unsere Ferienhäuser immer nach der Nähe zu einem Moorgebiet aus“, verrät der passionierte Fotograf. Natürlich brauche man Geduld und hier und da Abenteuerlust. So ist nämlich das Foto unter den Meierschen Fotos entstanden.

Bäuchlings mit einer ausgewachsenen gut 1,80 Meter langen Ringelnatter – sozusagen Nase an Linse – lag er da im Moor, um das Reptil ins rechte Licht zu rücken. Wirklich nett habe die Natter das nicht gefunden, schmunzelt der Fotograf. Das ist auch kein Wunder, denn für eben dieses Motiv sah sich die Schlange zu einer Rast auf ihrem Weg ins Wasser genötigt, aber: „Wenn sich so eine Gelegenheit ergibt, dann is’ se natürlich dran.“

Bis Ende Dezember bleiben die Bilder nun im Schauraum des Autohauses hängen. „Wer möchte, kann montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr sowie samstags bis 17 Uhr kommen, um sich die Bilder anzusehen“, so Martin Klein, der die Symbiose zwischen Schau und Ausstellung prima findet: Während das Auto in der Werkstatt die große Inspektion bekommt, könnten sich dessen Besitzer Zeit nehmen, sich von den Fotos inspirieren zu lassen. Wer eines der Bilder erwerben will, könne sich bei Martin Klein melden.

Apropos: Ganz unbekannt ist Peter Meier als Fotograf nicht: Bilder von ihm hängen unter anderem im Paul-Wilhelm-Kraul-Haus in Velpke und an den Wänden der Palliativstation der Heliosklinik in Helmstedt.

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