15. August 2020
Menschen

Milans Papa braucht einen Bus

Florian Fütterer hofft auf Hilfe, um mit seinem schwer erkrankten Sohn mobil bleiben zu können

Florian Fütterers Sohn ist auf Hilfsmittel wie seinen Rehabuggy und später einen Rollstuhl angewiesen. Ein Auto würde vieles einfacher machen Foto: Erik Beyen

Lelm. Der kleine Milan ist ein fröhliches Kind. „Er lacht immer“, sagt sein Vater Florian Fütterer. Vielleicht ist der Junge aus seiner Sicht tatsächlich fröhlich, doch der kleine Mann ist schwer erkrankt. Er ist BNS- Epileptiker. Diese Krankheit hat verschiedene Nebenschauplätze, etwa den Einfluss auf die Entwicklung des Kindes: Milan ist dreieinhalb Jahre alt und auf dem Stand eines Babys von etwa sieben Monaten.

Auf Rehabuggy und Rollstuhl angewiesen

„Er wird nie ein für uns normales Leben führen“, so der alleinerziehende Vater. Weil das so ist, braucht der Junge verschiedene Hilfsmittel, etwa einen Rehabuggy, der mit der Zeit größer wird, einen Stehtrainer, in absehbarer Zeit einen Rollstuhl und verschiedene andere Dinge. Damit Vater und Sohn mobil bleiben, braucht Fütterer ein großes Auto. „Ein Bus wäre gut“, sagte er bei einem Lokaltermin. Der Haken: Geld hat Milans Papa keines für den Bus, einen Kredit bekommt er nach eigenen Aussagen auch nicht. „Ich würde gern einen Job auf 450-Euro-Basis annehmen“, erklärte er, doch der Großteil des Geldes werde ihm abgezogen und der Rest gehe dann für Fahrkarten drauf. Auf eine Vollzeittätigkeit hat er keine Chance. Sein kleiner Milan ist halbtags in einem Inklusionskindergarten, den Rest des Tages betreut er ihn. Dazu habe er sich bewusst entschieden.

Selbsthilfegruppe gegründet

Florian Fütterer liebt seinen Sohn über alles. Mit Milans Erkrankung(en) geht er offensiv um. Weil Hilfs- und Informationsangebote fehlten, gründete er eine Selbsthilfegruppe für Eltern mit Kindern, die an Epilepsie leiden, die Epilepsie-Kids. Inzwischen sind sie ein eingetragener Verein mit 22 aktiven und 12 fördernden Mitgliedern aus ganz Deutschland. Auch für dessen Aktivitäten würde er den Bus gern zur Verfügung stellen. Im nächsten Jahr wollen sie ein Sommerfest mit den Kindern feiern, wenn Corona das zulässt. Wenn Fütterer von seinem Sohn und den vielen Erfahrungen, die er mit ihm inzwischen gemacht hat, erzählt, ruht er in sich und lächelt. Gerade schreibt er ein Buch: „Kopfphantom“ soll es heißen. Es erklärt die Dinge aus Sicht des Kindes, „… soweit ich mich hineinversetzen kann“, so Fütterer. Ein Bus sei auf Zukunft die richtige Lösung, meinte er, denn auch der kleine Milan wird wachsen, und die Hilfsmittel mit ihm. „Ich stelle keine Ansprüche an die Ausstattung. Er würde den Anforderungen mit der Zeit angepasst“, sagte er.

Fütterer ist viel im Netz unterwegs, um Erfahrungen auszutauschen. So sind Freundschaften entstanden, auch zu Daniel Wacker aus der Region Darmstadt. Der kümmert sich ehrenamtlich um die Internetseite des Vereins und hat jetzt eine Spendenaktion ins Leben gerufen: „Florian ist ein Mensch, der alles für andere tut, also will ich ihm was zurückgeben“, so Wacker in einem Telefonat. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.epilepsiekids-ev.de

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