Unverhofft kommt diesmal im Schokoladenformat - Neue Helmstedter
27. Juni 2020
Menschen

Unverhofft kommt diesmal im Schokoladenformat

Erika Benter aus Velpke wurde vor einem Supermarkt mit einer Tafel der süßen Verführung überrascht, von einem ihr fremden Jungen

Seine Schokolade teilen ist nicht für jeden selbstverständlich. Erika Benter aus Velpke hat etwas Besonderes erlebt: Sie bekam von einem kleinen Jungen eine Tafel der süßen Versuchung geschenkt. Symbolfoto: imago/Kiko Jimenez

Velpke. Eine Schokolade einfach so, und dann von einem unbekannten Jungen – genau damit hatte Erika Benter aus Velpke wirklich nicht gerechnet und ist nach wie vor perplex.

Als Begründung für die süße Aufmerksamkeit habe der kleine Mann die derzeitige Corona-Pandemie angeführt. Nun würde Benter so gern wissen, wer dieser Junge war. „Zumindest würde ich seinen Eltern gern auf diesem Wege sagen, was für ein tolles Kind sie da haben“, erzählt sie.

Wir haben mit der 77 Jahre alten Pensionärin am Telefon über dieses außergewöhnliche Beispiel von Nächstenliebe gesprochen.

Die Geschichte verlief wohl so: Es was Samstag, der 6. Juni. Wie immer ging Erika Benter zum Discounter gleich neben der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule, um ein paar Besorgungen zu machen. „Der liegt in der Nähe“, sagt sie.

Wie sehr oft, traf sie dort auch an diesem Samstag ein paar Jungs, die mit ihren BMX-Rädern „abhingen“, in Jugendsprache ausgedrückt. Zwei derer kannte sie, und sie hat stets ein paar nette Worte für die Kinder übrig. „Die Jungs grüßen immer freundlich, und wir wechseln ein paar Worte“, so Benter, nichts, was die Welt bewegen würde, schiebt sie hinterher.

Auch diesmal war das wohl so, bis sie aus dem Geschäft kam: „Da stand plötzlich dieser Junge mit ausgestreckten Armen vor mir, in jeder Hand eine Tafel Schokolade, in der einen Vollmilch, in der anderen Vollmilch-Nuss.

Ich sollte mir eine aussuchen.“ Auf die Frage nach einer Begründung soll der Junge, den die Pensionärin auf elf bis zwölf Jahre schätzt, gesagt haben: „Wegen der Corona-Pandemie.“

Selbst der Hinweis, dass er sein Taschengeld dafür ausgegeben habe, brachte ihn demnach nicht von seinem Vorhaben ab. „Ich nahm Vollmilch-Nuss“, sagt Erika Benter und schwärmt über diese aufmerksame Geste: „Dass ein Junge in seinem Alter so etwas tut, das kenne ich nicht, und ich habe auch noch nie Ähnliches erlebt.“

Aber: Die Kinder grüßten allgemein wieder mehr, bemerkt sie noch, was vielleicht auch daran liegen könne, dass sie sich auf sie einlasse.

Trotzdem, eine solche Geste in diesen Tagen: „Ich war so schockiert vor Freude, dass ich ganz vergessen habe, ihn nach seinem Namen zu fragen.“

Leider habe sie den Jungen nicht erneut vor dem Discounter getroffen, auch die anderen Jungs kannten ihn demnach nicht. „Ich würde ihm einfach nur noch einmal danken wollen für diese Aufmerksamkeit.“

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