Die Frage der gefühlten Fairness - Neue Helmstedter
27. Juni 2020
Sport

Die Frage der gefühlten Fairness

NFV richtet Verbandstag aus und beschließt, wie die unterbrochene Saison fortgesetzt wird

Sie gehören zu den fünf Mannschaften, die im Elfmeterschießen den Bezirkspokal-Teilnehmer ermitteln: der TuS Essenrode (links Niklaas Osumek) und die SpVg Süpplingen. Foto: regios24/Semmer

Helmstedt (fx). Der Blick geht am heutigen Samstag nach Barsinghausen – zumindest virtuell: Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) richtet von 10 Uhr an seinen außerordentlichen Verbandstag aus, auf dem beschlossen wird, wie mit der aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison 2019/2020 weiter verfahren wird.

Wie sie gewertet werden wird, ist noch offen. Die Bedeutung des Entschlusses hängt mit seiner Tragweite für die Vereine zusammen.

Denn zunächst geht es schlichtweg um Planungssicherheit: Wird die unterbrochene Saison tatsächlich abgebrochen oder doch noch fortgesetzt? Und für welche Spielklasse muss geplant werden? Schließlich ist es schon fast Juli, die „normale“ Saison wäre so gut wie vorbei.

Entsprechend weit wären üblicherweise die Planungen für die kommende Spielzeit vorangeschritten. Ein möglicher Auf- oder Abstieg würde aber andere Voraussetzungen schaffen, was die Macher in den Vereinen bislang teilweise zum Abwarten zwingt.

Außerdem ist es auch eine Frage der (gefühlten) Fairness: Alle Mannschaften haben viele Spiele absolviert, haben sportlichen, organisatorischen und teils finanziellen Aufwand betrieben – und wollen jetzt nicht am grünen Tisch um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden.

Auch kann ein verpasster Aufstieg oder ein (vermeintlich) ungerechtfertigter Abstieg die Perspektive des Vereins nachhaltig verschlechtern und dadurch gravierende Folgen haben. Entsprechend emotional wird die Debatte mitunter geführt. Vor dem Verbandstag hatten die Vereine die Möglichkeit, verschiedene Anträge vorzubringen. Insgesamt wurden zehn Anträge gestellt, über die abgestimmt wird.

Grundsätzlich geht es dabei um drei Szenarien: den Abbruch, die Fortführung oder die Annullierung der Spielzeit.

Der Abbruch der Saison hat sich als die wohl wahrscheinlichste Variante herauskristallisiert, einen solchen sieht auch der Antrag des Verbandes vor: Abbruch mit Wertung nach Quotientenregelung, mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger.

Die Vereine haben allerdings noch weitere Szenarien für einen Abbruch entwickelt: beispielsweise mit Wertung auf Basis der Hinrunden-Tabelle, der Vergabe von zusätzlichen Aufstiegsrechten oder auch ein Abbruch mit Absteigern.

Beim Verbandstag werden 324 Delegierte stimmberechtigt sein. 200 dieser Stimmrechte werden an die einzelnen NFV-Kreise verteilt. Als Schlüssel dient hierbei der Anteil der Mannschaften aus dem Kreis an der Gesamtzahl der in Niedersachsen gemeldeten Mannschaften.

Der Kreis Helmstedt wird beispielsweise nur zwei Delegierte benennen können. Außerdem sind die Mitglieder des Verbandsvorstandes, also das zwölfköpfige Präsidium um den NFV-Präsidenten Günter Distelrath sowie die 33 Kreisvorsitzenden stimmberechtigt.

Zusätzlich können die vier NFV-Bezirke jeweils drei Delegierte benennen. Der letzte große Block, der beim Verbandstag mitentscheidet, kommt von den erfolgreichsten Vereinen des Landes: Die Mannschaften der Herren und Frauen, die in der Oberliga oder höher spielen, stellen ebenfalls einen Stimmberechtigten.

Auch in den Pokalwettbewerben muss bei einem Abbruch der Saison eine Entscheidung gefunden werden. Schließlich geht es hierbei auch um Startrechte in höheren Wettbewerben. So wird der NFV-Kreis Helmstedt am Sonntag in einem Elfmeterschießen seinen Bezirkspokal-Teilnehmer unter den fünf Teams, die noch im Wettbewerb sind, ermitteln.

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