„Die Solidarität im Alltag weiter leben“ - Neue Helmstedter
13. Juni 2020
Menschen

„Die Solidarität im Alltag weiter leben“

Im Interview: Matthias Lorenz, Samtgemeindebürgermeister Nord-Elm - Teil 3

Matthias Lorenz, Samtgemeindebürgermeister Nord-Elm. Foto: Archiv/Lüer

Nord-Elm. Die Corona-Krise hat die Samtgemeinde Nord-Elm immer noch fest im Griff. Bürgermeister Matthias Lorenz spricht im NH-Interview über die aktuelle Lage.

Herr Lorenz, was hat Corona mit der Samtgemeinde Nord-Elm gemacht?
Das öffentliche und gesellschaftliche Leben erstarrte. Gleich ob Sport- oder Gesangsverein, Veranstaltungen der Gemeinden oder Gottesdienste, keine Betreuung in Kindertagesstätten, kein Unterricht in der Schule – alle waren und sind betroffen. Auch die Jubiläumsfeier „50 Jahre SG Nord-Elm“ fiel Corona „zum Opfer“. Von 100 auf fast 0 – in wenigen Tagen. Keine Treffen mit Vereinsfreunden oder Bekannten. Aber aus der Not heraus entstanden auch Unterstützung, Hilfen, etwa für den Einkauf des älteren oder erkrankten Nachbarn. Verzicht auf Hobbys oder liebgewonnene Eigenschaften. Gefragt waren Geduld, Ruhe bewahren, Selbstdisziplin. Wie in ganz Deutschland, so auch in Nord-Elm.

Wohin wird sich die Samtgemeinde nach der Krise entwickeln?
Irgendwann wird (hoffentlich) wieder die Normalität im Alltag eintreten – ohne Corona. Wann das sein wird…? Ich würde mir wünschen, dass die in der Corona-Krise gelebte Solidarität im Alltag weiter leben würde. Gleich ob unter Nachbarn oder zwischen Alt und Jung. Die Mitmenschlichkeit hat dem Gemeinwohl aber auch den Menschen untereinander gut getan.

Können Sie der Krise auch etwas Positives abgewinnen?
Wissen wir eigentlich wie gut es uns geht? Die persönlichen Einschränkungen, die von einem unglaublichen Anteil der Bürgerinnen und Bürger getragen und ertragen wurden, sollten uns zum Nachdenken bringen, welche Freiheiten und Möglichkeiten wir ohne Corona in unserem freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat haben. Das sollten wir stützen und schützen.

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