„Ein bisschen wie bei Löwenzahn“ - Neue Helmstedter
12. Juni 2020
Menschen

„Ein bisschen wie bei Löwenzahn“

Lars Bernert und Lennart Böcker zeigen auf „Raketenstart.tv“ Ausbildungsberufe

Lennart (l.) und Lars (r.) bei einem Dreh mit der Nibelungen-Wohnbau-GmbH zum Beruf Immobilienkauffrau/ -kaufmann. Foto: Uwe Jungherr/Nibelungen-Wohnbau-GmbH

Region. Ein beherztes Auftreten ist Lars Bernert und Lennart Böcker gewiss. Allein schon ihrer Statur wegen. Beide sind an die zwei Meter groß und so haben sie auch selten Probleme, ihr gesamtes Film-Equipment durch die Gegend zu schleppen.

Das macht die Filmcrew des Johann Heinrich Meyer Verlages in letzter Zeit immer häufiger – besonders ihr Projekt „Raketenstart.tv“, Stellenangebote per Videoclip, läuft. „Unsere Drehs sind für die Firmen auch Teambuilding.

Wir duzen jeden, vom Azubi bis zum Chef, auch um zu zeigen: Das ist der Wind, der hier die nächsten acht Stunden weht“, sagt Lennart. Dabei funktioniere ein Dreh dennoch nie gleich.

„Oft müssen wir die Azubis erst auf Touren bringen.“ Schließlich sind sie die Darsteller in den Clips und stellen ihren Job anderen Bewerbern vor. Dabei habe sich schon das eine oder andere Talent gezeigt.

„In erster Linie ist das für alle aber zunächst ein großes Abenteuer“, so Lars, der an der Ostfalia Mediendesign studiert hat. „Ein bisschen wie Peter Lustig und Löwenzahn.“ Ein Abenteuer, das aber gut vorbereitet sein will. „Wenn ein Kunde auf uns zukommt, machen wir uns zunächst Gedanken über den Beruf und das Unternehmen“, schildert Lennart, „dann geht es mit einem Sack voller Ideen zum Kunden.“

Die Darsteller sind keine Schauspieler, sondern die Auszubildenden in den Betrieben. Foto: Jungherr/Nibelungen Wohnbau

„Wir freuen uns dabei immer, wenn ein Unternehmen sich auch traut, etwas Verrücktes zu machen“, macht Lars deutlich. Das erstaunt umso weniger, wenn man weiß, dass der 32-Jährige seine Bachelorarbeit über Horrorfilme geschrieben hat.

Stehen Konzept und Roadmap für den Dreh, geht es an die praktische Umsetzung. „Dabei kommt es vor allem auf die Dramaturgie und die Bildästhetik an. Jede Bewegung, jedes Bild muss Sinn machen“, erklärt Lennart, der an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) Medienwissenschaften studiert hat.

Und genau das sowie jeder Schnitt in der Nachbearbeitung mache den Unterschied zwischen professioneller Arbeit und einem Jobporträt per Handykamera aus, sind sich beide einig.

Man merkt, dass Lennart und Lars ihren Traumjob gefunden haben. Besonders das Kreative und die Tatsache, dass es sich jeweils um kleine, aber feine Projekte handele, mache den Reiz aus.

Auch privat sind die beiden längst Freunde geworden, die ein Hobby teilen: „Serien und viel Kino.“ Man muss auf dem Stand der Dinge bleiben. Sonst widmet sich Lars, der vor kurzem geheiratet hat und frisch gebackener Vater ist, als Ausgleich eher dem Sport, er hat sogar schon einen Halbmarathon absolviert, und Lennart der Musiker spielt Bass in einer Band.

So war Lennart auch bei Lars’ Hochzeit dabei, allerdings nicht, um sie zu filmen. Denn zwei Dinge – und da sind sich beide einig – möchten sie nicht drehen: „Hochzeiten und Waffenprodukte.“

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