Wieder Schmierfinken unterwegs - Neue Helmstedter
16. Mai 2020
Menschen

Wieder Schmierfinken unterwegs

In der Nordkreisgemeinde sind öffentliche Einrichtungen mit Graffiti beschmiert

Grafhorsts Bürgermeister Klaus Wenzel (links) und der allgemeine Verwaltungsvertreter Stephan Ehrlich rufen zu erhöhter Wachsamkeit auf, um weitere Schmierereien zu vermeiden. Foto: Beyen

Grafhorst. Schon wieder waren ungebetene Künstler in der Nordkreisgemeinde Grafhorst unterwegs. Sie beschmierten Wartehäuser, Telefonschaltkästen, Häuschen der Strom- und Wasserversorger, Schautafeln, Verkehrsschilder und ein Schaufenster.

Den entstandenen Schaden könne er zwar nicht beziffern, so Stephan Ehrlich, der allgemeine Verwaltungsvertreter, aber: „Hier geht es nicht um ein Kavaliersdelikt. Das sind Sachbeschädigungen und Straftaten“, sagte er bei eine Lokaltermin an der Bushaltestelle gleich neben dem Feuerwehrgerätehaus, an dem auch Bürgermeister Klaus Wenzel teilnahm.

Zu sehen sind Schriftzüge wie, „Snif, SL oder 38“. Deren Sinn erschließt sich den Verantwortlichen der Gemeinde nicht. Und es seien nicht nur gemeindliche Einrichtungen betroffen. Kosten für die Entfernung lägen nicht zuletzt am Untergrund und der verwendeten Farbe.

Stephan Ehrlich rief die Menschen in Grafhorst zu erhöhter Wachsamkeit auf, um weitere Schmierereien zu vermeiden, und er bat um Mithilfe: „Vielleicht kennt ja jemand einen, der wiederum jemanden kennt, der einen Tipp hat“, formulierte er seine Bitte. Alle Fälle seien bei der Polizei angezeigt worden, aber: „Na ja, 99,9 Prozent der Verfahren werden wohl eingestellt“, reduzierte er die Hoffnung auf Aufklärung.

Thomas Figge, Pressesprecher der Polizei in Wolfsburg, bestätigte die Anzeigen, wollte aber aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben machen. In einem Telefonat wies er jedoch auf mögliche Folgen für den oder die Täter hin: „Sachbeschädigung ist ein weitreichender Begriff. Im schwersten Falle drohen eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsentzug“, so Figge.

Werde ein Mensch deswegen verurteilt, gelte dieser zudem als vorbestraft, was sich bis zu zehn Jahre lang im Führungszeugnis wiederfinde. „Vergessen Sie dabei nicht die zivilrechtlichen Folgen“, mahnte Figge. Für die Behebung eines Schadens, der durch Schmierereien entstanden ist, könnten vier bis fünfstellige Beträge fällig werden, und: „Bereits der Versuch einer Sachbeschädigung ist strafbar.“

Die Gemeinde Grafhorst war schon im vergangenen Jahr Ziel von Schmierfinken. Damals verunstalteten sie das Jugendzentrum und verewigten sich am Schützenheim. Aktuell ist auch die Nachbargemeinde Danndorf betroffen. So hat sich ein Schmierfink an der Schallschutzmauer entlang der Vorsfelder Straße, von Velpke aus kommend rechterseits, vergriffen.

Die Gemeinde war in jüngster Vergangenheit mehrfach Ziel von Schmierfinken, teils mit rechten Parolen. „Solche Taten veröffentlichen wir ungern, um den Tätern nicht auch noch ein Podium in der Zeitung zu bieten“, erklärte der Polizei-Pressesprecher Thomas Figge dazu.

Auch interessant