17. April 2020
Menschen

Retter in der Maskennot

Fritz Osterwald stellt Schutzvisiere aus dem 3D-Drucker her und versorgt damit Arztpraxen im Landkreis

Fritz Osterwald produziert mit seinen 3D-Druckern Spukschutzvisiere für medizinische Einrichtungen. Foto: privat/oh

Helmstedt. 3D-Druck ist sein Hobby. Jetzt wird Fritz Osterwald damit für viele Ärzte und Pfleger zum Retter in der Maskenmangel-Not. Denn der im VW-Werk tätige Fahrzeugtechniker produziert mit seinen Druckern zum Selbstkostenpreis nun Schutzschilder, die er medizinischen Einrichtungen zur Verfügung stellt.

„Der tschechische Hersteller meines Druckmodells hat das Design dafür in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern konstruiert und kostenlos zur Verfügung gestellt“, erzählt Osterwald. „Das Ganze unterliegt dem Ehrencodex, sich damit nicht bereichern zu wollen: Spenden dagegen werden angenommen.“

Vier Drucker laufen derzeit Tag und Nacht bei Osterwald zu Hause in Helmstedt. Drei Stunden braucht ein Gerät etwa zur Herstellung eines Stücks. „Die Schutzschilder sind aus Plexiglas. Sie decken das gesamte Gesicht ab und dienen als Spuckschutz“, schildert Osterwald, der selbst dazu beitragen wollte, die aktuelle Situation zu verbessern und Neuinfektionen einzudämmen. „Es kann nicht sein, dass das Versagen bei der Beschaffung von Schutzausrüstung auf den Schultern der Ärzte ausgetragen wird“, macht der 22-Jährige deutlich.

Mittlerweile sei es unmöglich, noch einen Nachschub an Plexiglas zu besorgen, erzählt Osterwald. Große Unterstützung bekam der Helmstedter deshalb vom Landkreis, der ihm ein Laminiergerät mit Folien zur Verfügung stellte. „Das funktioniert genauso gut, die Folien sind gut zu desinfizieren und pflegeleicht“, sagt Osterwald. Knapp hingegen seien nun Knopflochbänder, mit denen das Visier im Gesicht sicher befestigt wird.

Große Nachfrage

Fast 200 fertige Schutzmasken hat Osterwald jetzt schon in regionalen Arztpraxen kostenlos verteilt. Die Nachfrage sei sehr groß, die Ärzte überglücklich über den selbst hergestellten Schutz. „Ich würde mich freuen, wenn ich die Produktion noch ein wenig anziehen kann und sich lokale Unternehmen oder Menschen, die auch einen 3D-Drucker besitzen, anschließen würden“, sagt Osterwald.

Wer sich vorstellen kann Fritz Osterwald zu unterstützen oder Material zu spenden, kann per E-Mail an fritz.osterwald@web.de mit ihm in Kontakt treten.

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