3. April 2020
Allgemein

Hier wird trotz Krise noch gehobelt

Innungsobermeister Dirk Evers erklärt, wie Tischler und Handwerk die Corona-Zeit managen

Handwerker dürfen trotz Corona-Krise arbeiten. Foto: imago

Helmstedt. Bäcker, Elektriker, Tischler: Handwerker dürfen trotz Corona-Krise arbeiten. Und sie tun es auch. Damit das auch weiter so bleibt, haben sie allerdings verschiedene Maßnahmen ergriffen.

„Wir schützen uns durch Hygiene, benutzen Desinfektionsmittel und Seife, tragen Masken und Handschuhe und bilden Zweierteams“, so etwa schildert Dirk Evers, Innungsobermeister der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg und Inhaber der Evers-Bau-Tischlerei, den derzeitigen Arbeitsalltag in seinem Unternehmen.

Aktuell sei die Auftragslage weiterhin gut. Nur ein Teil der Kunden hätte geplante Montagen abgesagt – aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, wie Evers betont.

„Bei uns ist der momentane Einbruch im Umsatz aber erst einmal nur verschoben“, erklärt der Innungsobermeister. „Die Fenster und Türen sind ja fertig produziert und werden dann eben erst später montiert.“

Durch einen komfortablen Vorlauf hätten die Tischler in der Werkstatt gut zu tun – zumindest solange , wie der Materialfluss gesichert und die Zahlungsfähigkeit gegeben ist.

„Die neuen Aufträge gehen allerdings gerade gegen Null. Da weiß niemand, was noch kommt. Die Angst, durch eine mögliche Ausgangssperre auf einer halbfertigen Baustelle zu hocken, schreckt wohl viele ab“, vermutet Evers.

Dirk Evers, Innungsobermeister der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg und Inhaber der Evers-Bau-Tischlerei. Foto: privat

Was passiert, wenn auch für die Tischlerei-Branche bald der totale Stopp kommt? Daran mag Evers gar nicht denken. „Dann müssen wir zu Hause bleiben, so schwer es auch wäre.“

Trotzdem bleibe er, wie auch die anderen Tischler, positiv gestimmt. Es wird weiter gehobelt.

„Wenn die Regierung einhält, was sie jetzt an Unterstützung zugesagt und angekündigt hat, können wir uns vermutlich ganz gut aufgehoben fühlen. Aktuell glaube ich, in unserem Handwerk haben wir Chancen, diese Situation noch zu managen. Andere Handwerker-Branchen, die sehr engen Kundenkontakt haben, etwa Friseure, haben es da jetzt schon schwerer.“

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