Ein Abenteurer im Tausch-Rausch - Neue Helmstedter
3. März 2020
Reise

Ein Abenteurer im Tausch-Rausch

Michael Wigge, ausgezeichneter Reisejournalist und Bestsellerautor, im BZV-Medienhaus

Michael Wigge mit seinem Startkapital – einem Apfel. Foto: oh

Braunschweig. Die meisten Menschen buchen eine Reise, Michael Wigge nicht, der tauscht sich durch die Welt. Wigge will es wirklich wissen. Was anderen weh tut, treibt ihn an. Die Ergebnisse schildert er unter anderem in Büchern und Fernsehserien wie „Ohne Geld bis ans Ende der Welt“ und „Wigges Tauschrausch“. Im BZV Medienhaus zeigt er dazu einem Multivisionsvortrag. Wir sprachen vorab mit ihm.

Herr Wigge, wie würden Sie sich in ein paar Worten beschreiben?
Abenteuerlustig, neugierig, Menschenfreund, verlasse als Lebensmotto immer wieder die Komfortzone absichtlich.

Was war der Antrieb für Sie, in die Welt aufzubrechen? Wann und wie ging es los?
Auf der Tauschrausch-Reise hatte ich das Ziel, mich von einem Apfel in der Hand hoch zu tauschen zu einem Haus auf Hawaii, was schon mein Kindheitstraum war. Die Reise hatte ich mir selbst finanziert und jeden Tag versucht, meinen Gegenstand gegen etwas Wertvolleres einzutauschen, das Ziel „Haus auf Hawaii“ immer vor Augen.

Sie haben in den vergangenen Jahren die Welt intensiv bereist. Was waren die wichtigsten Erfahrungen und Erlebnisse, die Sie gemacht haben?
Die Welt ist ein viel besserer Ort, als uns die Nachrichten erzählen. Ich habe heute mit jemandem im Coaching gesprochen, der mir von seinen Ängsten vor einem Dritten Weltkrieges erzählt hat bezüglich des USA-Iran-Konflikts. Die Medienberichterstattung kann uns ein verzerrtes Bild wiedergeben und Ängste auslösen. Auf meinen Reisen habe ich dieses gerade gerückt, denn es gibt viel mehr gute als schlechte Nachrichten.

Wann und wo sind Sie an Ihre eigenen Grenzen gelangt?
Auf der Tauschrausch-Reise bin ich durch die enorme Belastung, den Apfel in ein Haus zu tauschen, unter so hohe Belastung gelangt, dass ich es zwar gerade noch über die Zielgerade geschafft habe, dann aber nach meiner Rückkehr vier Wochen später ein enormes Burnout erlitt. Für mich war das der Startschuss als Stressmanagement- und Burnout-Coach zu arbeiten.

Sie haben den Selbstversuch „Ohne Geld ans Ende der Welt“ unternommen. Wie hat sich dadurch Ihr Verhältnis zu Geld und Menschen verändert?
Ich wollte damals unbedingt die Welt bereisen, war aber pleite. Da lag es nahe, den Wunsch mit der Notwendigkeit zu verbinden und die Story „Ohne Geld bis ans Ende der Welt“ war geboren😊. Ich bin in Berlin gestartet und von da aus nach Köln getrampt. Der erste Tag lief noch ganz gut! Nach der Reise konnte ich kleine Dinge besser wertschätzen.

Wie schwer fiel es Ihnen, zu betteln?
Auf der Reise bin ich ohne Geld auch durch das Tauschprinzip gereist, habe nie gebettelt. Zum Beispiel einen Witz erzählen gegen Brötchen!

Außerdem haben Sie es geschafft, sich mit einem angebissenen Apfel zu einem Haus auf Hawaii – innerhalb von 200 Tagen – hoch zu tauschen. Wie entstand diese Idee?
Das ist die Geschichte, die ich in Braunschweig zeige. Die Idee entstand durch meinen Kindheitstraum, ein Haus auf Hawaii zu haben. Da „Ohne Geld ans Ende der Welt“ so erfolgreich verlief mit einer Nominierung zum Grimmepreis, hatte mir ZDFneo angeboten, mich mit einem Kamerateam für eine weitere Challenge zu begleiten. Ich habe nicht lange überlegt, und los ging es durch 14 Länder und 42 Tauschaktionen in 200 Tagen.

Termin

Am Freitag, 13. März, kommt Michael Wigge mit einem Multivisionsvortrag in das BZV Medienhaus, Hintern Brüdern 23.
Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18.15 Uhr. Karten gibt es an allen Vorverkaufsstellen für 18,50 (16,90) Euro und an der Abendkasse.

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