Alte Friedhofsmauer steht wieder - Neue Helmstedter
3. März 2020
Menschen

Alte Friedhofsmauer steht wieder

Über 3000 Steine von Hand aufbereitet

Das Bild zeigt Heinz-Dieter Schulze an der wiederaufgebauten Friedhofsmauer von Mackendorf. Foto: Erik Beyen

Mackendorf. 185 Jahre soll sie alt sein, die Mauer rund um den Friedhof in Mackendorf. Das gilt zumindest für einige Teilstücke des Bauwerkes. Weil eben diese Mauer im hinteren östlichen Bereich des Friedhofes einzustürzen drohte, haben sich bereits Ende vergangenen Jahres engagierte Menschen ans Werk gemacht, sie zu retten.

Ganz so einfach war das aber wohl nicht. Wir haben einen von ihnen, Heinz-Dieter Schulze, auf dem Friedhof getroffen.

Die Arbeiten an der Mauer hatten bereits 2017/2018 begonnen. In Handarbeit hatten Heinz-Dieter Schulze und Ernst Bleil das Bauwerk Stein für Stein zurückgebaut. Schulze benutzt den Begriff „Abriss“, wovon aber tatsächlich kaum die Rede sein kann. Das behutsame Vorgehen der beiden Mackendorfer hatte einen Grund: Die Mauer sollte mit den alten Steinen wieder aufgebaut werden.

„Wir haben dann über 3000 Steine von Hand aufbereitet“, so Schulze und ergänzte: „Natürlich ging das nicht bei allen.“ Bei den Steinen, das hat Schulze ermittelt, handelt es sich wohl um Backsteine aus einer Lehmkuhle bei Weferlingen, also nicht aus dem Ziegelwerk Bahrdorf gleich um die Ecke. „Sie sind auf 150 Jahre geschätzt worden“, so Schulze. So genau könne man das nicht sagen, wohl aber ihre Art bestimmen: „Reichsformat“. „Das hat nichts mit dem dritten Reich zu tun“, so Schulze, „dieses Format gibt es heute noch.“ Die Altersschätzung hinke indes etwas, könne aber durchaus zur Einweihung des Friedhofes passen: 1832.

Apropos: Weil es exakt diese Steine so nicht mehr gibt, hat das Glück Pate gestanden. „Meine Tante hatte noch 100 Stück liegen. Damit konnten wir die defekten Steine aus der Mauer ersetzen“, erzählte Schulze. 220 Stunden Arbeit stecken im Aufbau. Träger des Friedhofes ist die Samtgemeinde Velpke. Sie hat rund 17 000 Euro für die Rettung der historischen Mauer bezahlt.

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