Die Chefs von der Schulbank - Neue Helmstedter
23. Februar 2020
Menschen

Die Chefs von der Schulbank

30 Schülerfirmen präsentieren sich auf einer Messe in den Schloss-Arkaden

Das Geschäft mit den Seedbombs läuft richtig gut, finden die Schöninger Eichendorffschüler Bryan, Leon, Eric und Andre (von links). Foto: BZV-Archiv/Markus Brich

Helmstedt/Braunschweig. Sie verkaufen Honig und Dekoartikel, produzieren Kleidung und leckere Cateringprodukte: An vielen Schulen in Helmstedt können Jugendliche sich als Unternehmer versuchen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die clevere Geschäftsidee, sondern das Ziel, möglichst nachhaltig zu wirtschaften.

Rund 30 solcher Schülerfirmen aus unserer Region und darüber hinaus präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen am Donnerstag, 27. Februar, von 9.30 bis 19 Uhr ganz „normalen“ Kunden. In den Schloss-Arkaden Braunschweig, Platz am Ritterbrunnen 1, stellen sie bei der „Schülerfirmenmesse“ aus, die die Bürgerstiftung und die Wirtschaftsjunioren Braunschweig organisieren. Schirmherr der Messe ist der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Besonders rührig sind die Schüler im Landkreis Helmstedt. Die Firma Seedbombs von der Eichendorffschule Schöningen zum Beispiel bietet „Samenbomben“ für den Garten an, um das Bienensterben zu bekämpfen und die Artenvielfalt zu fördern. Und die Genusswerkstatt der Wichernschule in Königslutter betreibt inzwischen einen eigenen Laden, wo zum Beispiel Marmelade und Kuchen verkauft werden.

Schülerfirma, das ist kein fiktives Spiel, sondern „echtes Leben“. Die Kinder und Jugendlichen, die aus allen Schulformen und Klassen – von der Grundschule, über die Oberstufe bis zur Berufsschule – stammen, gründen ein reales Wirtschaftsunternehmen, entwickeln eine Geschäftsidee, schreiben einen Businessplan, kümmern sich selbstständig um Buchhaltung, Kalkulation, Einkauf, Verkauf, Lagerhaltung, Marketing und PR.

Sie kooperieren mit anderen Unternehmen und lernen auf diese Weise ganz konkret und praktisch unterschiedliche Bereiche der Berufs- und Arbeitswelt kennen. „Ziel ist es, die Schüler früh an das Unternehmertum heranzuführen, ihnen die Angst vor der Selbstständigkeit zu nehmen und ihr geschäftliches Selbstbewusstsein zu fördern“, sagt Doris Skala-Gast, Sprecherin der Wirtschaftsjunioren.

So unterschiedlich die Konzepte und Geschäftsideen sind – die Schülerfirmen eint vor allem eines: Nachhaltige Wirtschaft. „Das heißt, die Schüler lernen, was es bedeutet, ihr Unternehmen unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten zu führen“, sagt Peter Beute, Lehrer und regionaler Schülerfirmen-Koordinator der Landesschulbehörde und ergänzt: „Für manche ist die Schülerfirma eine Weiterqualifizierung, für andere die erste echte Chance.“ Einige Nachwuchsunternehmer seien nicht gerade die Schüler, die in klassischen Fächern glänzen. Einige fänden so heraus, welche Ausbildung sie machen wollen. Auch werde das Verständnis für den Arbeitsalltag gefördert.

Drei Schülerfirmen werden für ihre Idee, ihren Auftritt und ihr Marketing ausgezeichnet werden. Die Wirtschaftsjunioren vergeben außerdem zum ersten Mal Preise mit einem Gesamtwert von 15 000 Euro für Geschäftsideen. Die Verleihung ist für 17 Uhr geplant.

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