15. Februar 2020
Sport

Punktgewinn teuer erkauft

VfL Wolfsburg muss sich mit einem 1:1-Remis gegen Kellerkind Fortuna Düsseldorf begnügen

Rechtsverteidiger William (am Boden) muss verletzt ausgewechselt werden. Foto: Priebe/rs24

Wolfsburg (jn). Nein, so hatten sie sich das wahrlich nicht vorgestellt: Die Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg mussten sich vor 23.445 Zuschauern in der Volkswagen-Arena nach einer lange Zeit enttäuschenden Leistung mit einem 1:1 (0:1)-Remis gegen Kellerkind Fortuna Düsseldorf begnügen und treten damit weiter auf der Stelle. Noch schlimmer: Den Punktgewinn bezahlten die Wölfe auch noch richtig teuer – und das gleich doppelt.

Rechtsverteidiger William, der sich seinen Stammplatz gerade erst wiedererkämpft hatte, zog sich bereits in der 27. Minute nach einem eigenen Foulspiel an Düsseldorfs Erik Thommy eine schwere Knieverletzung zu. Die bittere Diagnose folgte dann am Montag nach einer MRT-Untersuchung: Der 24-jährige Brasilianer hat sich das vordere Kreuzbandriss im linken Knie gerissen – die Saison ist damit für ihn gelaufen. William muss operiert werden und fällt für rund sechs Monate aus.

Für drei Spiele fehlt den Grün-Weißen dagegen Winter-Neuzugang Marin Pongracic: Der ehemalige Salzburger erwies seiner Mannschaft nur drei Minuten nach Wiederanpfiff – beim Spielstand von 0:1 durch den frühen Treffer von Matthias Zimmermann (13.) – einen Bärendienst, als er nach einem Ellbogenschlag gegen Alfredo Morales zu Recht die rote Karte sah und vom DFB-Sportgericht daraufhin für drei Partien gesperrt wurde. „Das ist dumm, das ist unnötig. Wir sind nicht auf dem Dorfplatz. Hier gibt es Videokameras, die alles aufzeichnen“, monierte Jörg Schmadtke, Geschäftsführer Sport beim VfL.

Die Wölfe schlugen in Unterzahl zwar zurück und glichen nur zwei Minuten nach dem Platzverweis durch einen Kopfball von Renato Steffen zum 1:1 aus, doch zu mehr reichte es eben nicht. Aber mehr wäre aufgrund der desolaten Vorstellung in Durchgang 1 auch nicht verdient gewesen. Das Ziel, sich erneut für Europa zu qualifizieren, ist angesichts von bereits sieben Zählern Rückstand auf den FC Schalke 04 und den durchwachsenen Leistungen in 2020 in weite Ferne gerückt.

Zumal VfL-Chefcoach Oliver Glasner seine Abwehr nicht nur für das Spiel bei der TSG Hoffenheim – die Wölfe sind am Samstag (15.30 Uhr) in Sinsheim zu Gast – umbauen muss. Kevin Mbabu, der schon gegen Düsseldorf für William eingewechselt wurde, dürfte wieder die Rechtsverteidiger-Position bekleiden. Um den freien Platz in der Innenverteidigung, der durch den Platzverweis von Pongracic entstanden ist, gibt es dagegen einen Zweikampf: John Anthony Brooks und der zuletzt verletzt pausierende Marcel Tisserand bieten sich als Alternativen neben Robin Knoche an, der gegen Düsseldorf einer der wenigen Lichtblicke war und eine solide Leistung ablieferte.

Soll der Rückstand auf die internationalen Plätze nicht weiter wachsen, muss in Sinsheim unbedingt gepunktet werden. Zumal die TSG Hoffenheim in dieser Hinsicht als aktueller Tabellensiebter ein direkter Konkurrent ist – und die Zähler in solchen Duellen bekanntlich doppelt zählen.

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