9. November 2019
Sport

Radpolo-Duo ist Deutscher Meister

Die Frellstedterinnen Theresa Sielemann und Luisa Artmann holen sich in Moers den Titel

Meisterlicher Einsatz: In der Schlussphase des Finales um die Deutsche Meisterschaft verteidigten Theresa Sielemann und Luisa Artmann (von rechts) ihr Tor und behaupteten sich so mit 3:2 gegen den Reideburger SV. Foto: Jens Semmer/regios24

Frellstedt. „Wir waren eigentlich mit keinen großen Erwartungen angereist, hatten vielleicht so ein bisschen auf die Bronzemedaille gehofft“, verrät Theresa Sielemann, Radpolo-Spielerin der RSV Frellstedt, mit Blick auf die erste gemeinsame Teilnahme an einer Endrunde um die Deutsche Meisterschaft mit ihrer Partnerin Luisa Artmann. Doch es kam ganz anders – und am Ende flossen reichlich Freudentränen.

Das Frellstedter Duo spielt erst seit diesem Jahr zusammen und konnte, abgesehen von den Bundesliga-Spieltagen, kaum einmal gemeinsam trainieren, weil beide mehr als 100 Kilometer voneinander getrennt wohnen. Und obwohl es gegen deutlich besser eingespielte Teams antreten musste, stellte das RSV-Team schon in seiner Premierensaison sein Potenzial unter Beweis. In der Bundesliga landete es auf dem zweiten Rang, zudem gewannen Sielemann und Artmann auch schon den Deutschlandpokal.

Nun folgte aber der Saisonhöhepunkt, die DM-Endrunde. Die Aufregung war bei den Frellstedterinnen riesig, weil auch die Atmosphäre in Moers eine ganz besondere war. Sielemann berichtet: „Dort wurden nicht nur die Radpolo-, sondern auch die Radball-Meister ermittelt. Deshalb waren sehr viele Zuschauer in der Halle, einige sogar mit Trommeln.“

Es war auch der Aufregung geschuldet, dass das RSV-Duo einen Fehlstart hinlegte. Gegen das Team des RVS Obernfeld, Artmanns Heimatverein, setzte es eine 0:3-Niederlage. Auch im zweiten Spiel gegen den RKB Wetzlar, der die Bundesliga-Spielrunde als Erster abgeschlossen hatte, gerieten Sielemann und Artmann schnell in Rückstand. Zu diesem Zeitpunkt, so Sielemann, „hatten wir mit einer Medaille eigentlich schon abgeschlossen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir dann lockerer gespielt haben.“ Die Frellstedterinnen fanden in die Partie zurück, zeigten schöne Spielzüge und siegten letztlich noch mit 3:1.

Weil ihnen anschließend ein souveräner 7:4-Erfolg gegen den Tollwitzer RSV gelang, war der Einzug ins Finale plötzlich wieder greifbar nah. Und Sielemann und Artmann griffen zu. Ein glänzender Start bildete den Grundstein für den 6:2-Erfolg über den Reideburger SV, mit dem sich die Frellstedterinnen sogar als erstplatziertes Team das Endspielticket sicherten.

Kurz darauf stand dann fest, dass sie im Finale erneut gegen Reideburg ran müssen, das sich im abschließenden Vorrundenspiel mit 3:1 gegen Obernfeld behauptet hatte. Im großen Finale entwickelte sich ein wahrer Radpolo-Krimi. Die Frellstedterinnen gingen zweimal in Führung, doch beide Male glichen die Gegnerinnen recht zügig aus.

Kurz nach der Halbzeitpause fing Artmann dann einen Gegenstoß der Reideburgerinnen ab, schaltete blitzschnell um und erzielte das 3:2. „Von da an haben wir uns nur noch darauf konzentriert, unser eigenes Tor dicht zu halten. Nach vorne ging bei uns überhaupt nichts mehr“, schildert Sielemann. „Und mit jedem Angriff des Gegners wurden wir aufgeregter.“

Das RSV-Team schaffte es aber, den hauchdünnen Vorsprung über die Zeit zu retten – und konnte beim Abpfiff sein Glück kaum fassen. Deutscher Meister – zum ersten Mal, und das in der ersten gemeinsamen Saison. „Ja, es sind reichlich Freudentränen geflossen“, gibt Sielemann lachend zu, die sich schon jetzt auf die neue Saison mit ihrer Partnerin freut. Dann wird das hochtalentierte Duo allerdings mit einer anderen Erwartungshaltung antreten (müssen).

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