Hunger aufs Bücherschreiben

Helmstedter Autor Jan Büchsenschuß veröffentlicht mit „Scharlachrote Zeiten“ einen Thriller

Jan Büchsenschuß arbeitet in Helmstedt als Stadtplaner, das Bücherschreiben ist Hobby und Leidenschaft. Foto: philigran-studio/Petersen

Helmstedt. Jan Büchsenschuß, Helmstedter Stadtplaner, hat seinen dritten Roman geschrieben und nun veröffentlicht: Mit „Scharlachrote Zeiten“ wendet er sich dieses Mal dem Thriller zu. Die NH traf den Autor zum Interview.

Herr Büchsenschuß, bitte beschreiben Sie, worum es in Ihrem neuen Roman geht.
Cameo, die Hauptfigur des Thrillers, ist IT-Spezialist des okkulten Syndikats Pazuzu. Bei einem routinemäßigen Update macht er eine grauenhafte Entdeckung: geheimnisvolle Rituale, perverse Experimente und bestialische Tötungen dienen einem geheimen Ziel – die Kreation eines neuen Menschen. Cameo kopiert das belastende Material auf einen Datenstick und löscht alle Systeme. Minuten später ist Pazuzu handlungsunfähig, und die mafiose Konkurrenz schickt ihre Bluthunde los. Die Jagd nach dem Stick führt schließlich in das Provinznest Kappenstadt, das die Leser sehr stark an Helmstedt erinnern wird.

Die Stadt im Roman ist fiktiv, aber einige Helmstedter Ecken lassen sich wiedererkennen. Welche?
Konkret sind das Rathaus mit dem Marktplatz und auch die Altstadt, das Juleum und einige Kneipen in der Neumärker Straße ersichtlich. Außerdem gibt es Parallelen zum entstehenden Tagebausee.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Was inspiriert Sie zum Schreiben?
Zunächst schlummert in mir eine Grundidee, die ich, sobald sie mir kommt, recht schnell niederschreibe. Meist komme ich dann darüber hinweg und der Gedanke ruht einige Zeit. Erst später beschäftige ich mich wieder mit meinen Aufzeichnungen und spinne schließlich ein Geflecht um das Gerüst herum.
Sie haben schon einige Bücher veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, ein fertiges Werk in den Händen zu halten?
Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, denn man weiß, wie viel Arbeit in so einem Buch stecken kann. Ein fertiges Werk in den Händen zu halten bedeutet für mich auch, dass ich die Geschichte jetzt loslassen kann.

Was tun Sie gegen Schreibblockaden?
Richtige Schreibblockaden kenne ich eigentlich gar nicht. Vielmehr habe ich damit Probleme, dass zu viele Ideen aufeinandertreffen und ich Gedankengänge streichen oder den kompletten Plot umschreiben muss.

Erinnern Sie sich an Ihr allererstes Buch, das Sie gelesen haben?
An mein allererstes Buch erinnere ich mich nicht mehr. Allerdings weiß ich noch, dass ich als Teenager die Stephen King-Bücher verschlugen habe und dabei zum ersten Mal zu der Erkenntnis gekommen bin, dass das Lesen andere Dimensionen schaffen kann, ein wahres Erlebnis ist und weit besser als Verfilmungen sein kann.

Sie arbeiten seit 2012 als Stadtplaner in Helmstedt. Ist das der Grund, warum Sie Helmstedt als einen Schauplatz in Ihrem Roman gewählt haben?
Das ist sicherlich einer der Gründe. In Helmstedt kenne ich mich aus, hier fühle ich mich heimisch. Das gibt dem ganzen Buch einen besonders charmanten Rahmen.

Was macht Helmstedt für Sie denn besonders?
Ich fühle mich in Helmstedt sehr wohl. Auch wenn Kleinstädte oft als „piefig“ oder „tratschig“ verschrien werden, was sicherlich auch auf Helmstedt zutrifft, für mich ist genau das der Grund hier zu leben – es ist einfach heimelig.

Wo sind Ihre Lieblingsecken in Helmstedt?
Als Stadtplaner fallen mir viele schöne Ecken, manchmal auch ganz banale, auf. Zum Beispiel gibt es in Helmstedt sehr schöne Wohngebiete oder Spielplätze. Eine tolle Ecke ist auch das entstehende Tagebaugelände.

Wie sieht Ihre Zukunft als Autor aus? Was haben Sie als nächstes geplant?
Zunächst werde ich jetzt einige Lesungen abhalten, um die Geschichte um Cameo bekannt zu machen. Bestimmt gönne ich mir dann erst einmal auch einen Moment der Ruhe, aber so wie ich mich kenne, spüre ich schon bald wieder ein Hungergefühl in mir und fange mit dem nächsten Buch an. (lacht)

Info

„Scharlachrote Zeiten“ von Jan Büchsenschuß, Schardt-Verlag, ISBN-13: 9783961522002, Erscheinungstermin: 15. November.

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