Vermittler zwischen Generationen

Am Mittwoch traf sich die Seniorenarbeitsgemeinschaft Braunschweig im Ratssaal

Senioren aufs Abstellgleis schieben, ausgliedern und abwracken? Nicht mit der Senioren-Arbeitsgemeinschaft, die sich kürzlich im Helmstedter Rathaus traf. Foto: Erik Beyen

Helmstedt. Senioren haben nur Krankheiten und Gebrechen zum Thema und tragen nichts zum gesellschaftlichen Leben bei. Wie bitte? Wer das denkt, dem hält Ilka Dirnberger auf der Stelle eine Standpauke. Senioren aufs Abstellgleis schieben, ausgliedern und abwracken? Nicht mit ihr, denn das käme einem unkalkulierbaren volkswirtschaftlichen Verlust an Erfahrung, Wissen und Kompetenz gleich.

Dirnberger war am Mittwoch zu Gast im Ratssaal der Stadt Helmstedt. Dort traf sich die Senioren-Arbeitsgemeinschaft Braunschweig. Gastgeber war Wolfgang Schmidt, der Vorsitzende des Seniorenbeirates in der Stadt Helmstedt. Durch das Programm führte der Vorsitzende der AG, Jürgen Rump.

Die Themen der Senioren sind Themen aller Generationen, na ja, zum Teil. Eine Patientenverfügung etwa sei für alle Menschen mit Vollendung des 18. Lebensjahres wichtig, lernen wir von Ilka Dirnberger. Da helfe auch die typische Antwort der jungen Leute auf die Frage nach dieser Verfügung nicht: „Die brauche ich doch nicht.“ Es sind eben solche Fragen, die Seniorenbeiräte für die älteren Semester der Gesellschaft klären, allerdings nicht nur.

Ein Thema des Tages war die Generation 55+ im Straßenverkehr. Die Beiräte organisieren Selbsttests etwa, klären über Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung auf, und so weiter. Es sind Alltagsthemen, die behandelt werden, Fragen, Anregungen, Angebote, die Beiräte sind die Vermittler zwischen den Generationen, natürlich auch zwischen Senioren und Behörden, Krankenkassen und anderen Institutionen.

Anfang 2020 rechnet Ilka Dirnberger übrigens mit etwa 230 Beiräten in ganz Niedersachsen. „Vor sieben Jahren waren das noch 175“, sagte sie. Das zeige deren Wichtigkeit. Ihre Legitimation erhalten sie jeweils vom höchsten kommunalen politischen Gremium, in Helmstedt vom Stadtrat. Ihre Legislatur entspricht der des Rates, und der beschließt auch über eine finanzielle Ausstattung der Beiräte. „In Helmstedt genießen wir eine sehr gute Unterstützung“, lobte Wolfgang Schmidt.

Apropos: Hinter dem Mond leben die Senioren nicht. Sie kommunizieren modern online, versteht sich. Da kann manch junger Mensch nicht mithalten.

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