Hilfe aus dem Land des Lächelns

Neue Heimat Königslutter: APZ löst Pflegenotstand mit Personal von den Philippinen

Ankunft Berlin: Dominic Sabile und Ricah Froilan (vorne) werden von den Mentorinnen Nina Schitnay und Claudia Bierstedt (hinten von links) in Empfang genommen. Foto: APZ/oh

Königslutter. Überrascht und aufgeschlossen – so würden die Patienten auf die neuen philippinischen Mitarbeiter im Awo Psychiatriezentrum (APZ) reagieren. „Trotz der noch vorhandenen Sprachbarrieren sind Ricah Froilan und Dominic Sabile eine Bereicherung für uns“, betont Mentorin Claudia Bierstedt. „Sie sind immer freundlich und sehr wissbegierig, sie saugen alles Neue auf wie ein Schwamm.“

Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und Seniorenheime haben massive Probleme, Mitarbeiter zu finden. Es fehlt an Fachkräften. Die Folge: Viele Stellen sind unbesetzt, die Arbeitsbelastung für die bestehenden Teams steigt stetig an. Immer mehr Einrichtungen setzen daher auf Pflegekräfte aus dem Ausland. So auch das APZ.

Nach rund 18 Stunden Reisezeit landeten Ricah Froilan und Dominic Sabile vor Kurzem auf dem Flughafen Berlin/Tegel. In Empfang genommen wurden die ersten zwei von insgesamt sechs philippinischen Mitarbeitern von der APZ-Pflegedirektorin Iris Lauterbach sowie von ihren Mentoren Claudia Bierstedt und Nina Schitnay, die die beiden in der ersten Zeit begleiten, beim Einleben helfen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Der erste Weg führte die neuen Mitarbeiter zunächst in ihre Wohnung in Königslutter. Dort erwarteten sie Johanna Strobel und Julia Mönkemeyer vom Personalmanagement. „Ein erstes näheres Kennenlernen fand dann bei Nudeln und Tomatensoße statt“, berichtet die Pflegedirektorin.

Die ersten Tage waren fest durchgetaktet. „Wir haben allerdings schnell gemerkt, dass das für Ricah und Dominic zum Teil viel zu viel war. Unsere Mentoren haben den Plan dann situativ abgespeckt“, erklärt Lauterbach.

Auch so standen noch einige wichtige Punkte auf dem Programm: Behördengänge, Bankkonten eröffnen, Versicherungen abschließen, die Stadt erkunden, einkaufen – und eine Willkommensfeier im Festsaal des APZ mit der Krankenhausleitung und den neuen Kollegen. Und dann, schon eine Woche nach Ankunft, stand der erste Einsatz auf Station an.

Die neuen Mitarbeiter werden in der Klinik für Gerontopsychiatrie eingesetzt. Die ersten Tage und Wochen verliefen recht gut. „Ricah und Dominic sind sehr fleißig und bemüht, obwohl viele Dinge komplett neu für sie sind. Unsere Patienten sind ihnen gegenüber sehr aufgeschlossen, auch wenn es mit der Sprache noch nicht immer so gut klappt – dann wird mehr auf Gestik und Mimik geachtet und das funktioniert“, sagt Bierstedt.

Geplant ist, dass die Mentoren die philippinischen Mitarbeiter rund sechs Monate begleiten, „wobei die neuen Kollegen jetzt schon recht selbstständig arbeiten“, betont Iris Lauterbach. „Denn neben den Mentoren stehen alle Mitarbeiter im Team als Ansprechpartner bereit und unterstützen sie, wenn Hilfe nötig ist.“

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