Ringe für 15 junge Adebars

Georg Fiedler und Manfred Spey weisen den Tieren mit Hilfe der Feuerwehr Nummern zu

Die Freiwillige Feuerwehr Helmstedt stand den Storchenexperten mit ihrem Leiterwagen zur Seite. Von links: Gerätewart Stefan Müller, Storchenberinger Georg Fiedler, Immo Falk, Storchenbeauftragter Manfred Spey und Maschinist Manuel Fuhrig. Foto: Erik Beyen

Velpke. Es dauert nur Minuten, dann sitzen die Ringe an den Beinen der kleinen Störche. Am Dienstag haben sich der Storchenbeauftragte Manfred Spey und der Beringer Georg Fiedler auf den Weg gemacht, Adebars Nachwuchs im Nordkreis zu zählen und zu beringen. Mit dabei war die Freiwillige Feuerwehr Helmstedt mit ihrer Drehleiter.

13 kleine Störche in der Samtgemeinde Velpke haben nun eine fortlaufende Nummer, anhand der Spey sie später identifizieren kann, denn der Experte führt genau Buch. Leider haben es wohl nicht alle Tiere geschafft. Aus Bahrdorf und Mackendorf meldete Spey jeweils ein totes Tier, und in Velpke fanden die Herren ein bebrütetes Ei, aus dem aber kein Küken mehr schlüpfen wird. Immerhin sind ihre Geschwister inzwischen vier bis sechs Wochen alt.

Die Ringe oberhalb der Kniegelenke sind in mehrfacher Hinsicht wichtig. So lässt sich das Zugverhalten der Tiere verfolgen, denn Georg Fiedler meldet die Nummern an die zuständige Vogelwarte, in diesem Fall befindet diese sich auf Helgoland.

Erkennbar ist das an den Kennbuchstaben: DEW, wobei das D für Deutschland steht. Die Nummern sind fortlaufend, sagen also nur etwas über die Zahl der Störche aus. Alle anderen Daten erhebt Manfred Spey. Exakt dokumentiert er, in welchem Storchenhorst das Jungtier geschlüpft ist und ordnet ihnen die Nummer zu.

Die Dokumentation hilft dem Storchenbeauftragten, etwa Rückkehrer wieder zu finden oder im Todesfall eines Tieres exakt sagen zu können, woher der Storch kam. Doch die ganze Sache hat noch einen gesellschaftlichen Charakter, wie Spey erklärt: „Die Menschen in den Orten identifizieren sich sehr mit ihren Störchen. Darum ist die Dokumentation auch ein Stück Chronik für den jeweiligen Ort.“

Die Ringe tragen Nummer und Kennung an vier Seiten senkrecht – gerade groß genug, um sie mit einem guten Spektiv auch aus großer Distanz erkennen zu können. „Wir wollen die Tiere so wenig wie möglich beeinträchtigen“, so Spey. Mit Hilfe der Technik kann er die Entwicklung der Störche dennoch beobachten, und dazu gehört auch, welcher Storch als Rückkehrer für wieviel Nachwuchs gesorgt hat.

Insgesamt leben in der Samtgemeinde Velpke 15 kleine Adebars. Aus Saalsdorf habe er eine Meldung erhalten, so Spey in einem Telefonat. Auch dort recken sich demnach zwei kleine unersättliche Schnäbel nach Futter den Alttieren entgegen. Störche sind Allesfresser. Pro Jungtier müssen die Eltern ein Kilogramm Futter am Tag herantragen. „Das Futterangebot ist in diesem Jahr sehr gut. Die Tiere haben ausreichend Mäuse, Frösche und Insekten zur Auswahl“, so Manfred Spey.

Auf ihrem Weg durch die Samtgemeinde Velpke haben die Experten auch in Querenhorst angehalten. Dort wachsen drei Jungstörche auf. Die nächste Beringungsaktion findet am 21. Juni statt, dann im Bereich Königslutter bis Felchtorf.

^