Bruno Labbadia: „Es ist eine extrem bittere Niederlage“ - Neue Helmstedter
3. April 2019
Sport

Bruno Labbadia: „Es ist eine extrem bittere Niederlage“

Fußball-Bundesliga: Der VfL Wolfsburg verliert 0:2 bei Borussia Dortmund – Beide Gegentore fallen erst in der Nachspielzeit

Kopfballduell: Wolfsburgs Robin Knoche gegen Paco Alcácer von Borussia Dortmund. Foto: regios24/Darius Simka

Wolfsburg. Sie machten ein richtig gutes Auswärtsspiel, die Fußballer des VfL Wolfsburg, und hielten bis kurz vor Schluss die Null. Doch dann schlug Borussia Dortmunds Stürmer Paco Alcacer doppelt zu und führte den neuen Bundesliga-Spitzenreiter zum 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen die Wölfe.

„Es ist eine extrem bittere Niederlage, gerade auch, wie sie zustande gekommen ist“, sagte VfL-Trainer Bruno Labbadia. „Dortmund hat gegen uns kein Mittel gefunden, um durchzukommen.“ Das galt aber eben nur bis zur 90. Minute.

Nach Anspiel von BVB-Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou an den Sechzehner war Alcacer zuerst am Ball, danach traf John Anthony Brooks den Spanier am linken Spann und brachte ihn dadurch zu Fall. Den fälligen Freistoß hämmerte der Ex-Spieler des FC Barcelona mit gefühlten 120 Stundenkilometern zentral auf den Kasten, Renato Steffen fälschte noch unglücklich ab, sodass Koen Casteels im Wölfe-Tor ohne Abwehrchance blieb (90.+1).

Die Südkurve im mit 81 365 Zuschauern wie immer ausverkauften Signal-Iduna-Park kochte – und durfte drei Minuten später die endgültige Entscheidung bejubeln. Nach Ballverlust des aktiven VfL-Linksverteidigers Jerome Roussillon tief in der Hälfte des Gegners rollte der Konter der Schwarz-Gelben über die rechte Seite.

BVB-Turbodribbler Jadon Sancho versetzte auf außen Maximilian Arnold, Marius Wolf band durch seinen Sprint auf den kurzen Pfosten Wolfsburgs Rechtsverteidiger William, sodass der Torschütze zum 1:0 am langen Pfosten völlig blank stand. Alcacer schoss sich mit dem rechten auf den linken Fuß, sodass die Kugel eine komische Flugkurve erhielt und zum 2:0 ins Netz rauschte (90.+4).

„Am Ende ist es sehr ärgerlich, ohne Punkte dazustehen“, meinte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Und Mittelfeldspieler Arnold erklärte: „Bis zur 89. Minute hätten wir uns mit einem Punkt auf jeden Fall belohnt, so stehen wir mit leeren Händen da. Das ist total bitter.“

Denn ohne Topstar Marco Reus, der aufgrund der bevorstehenden Geburt seines Babys im Kreißsaal weilte, war der Elf von Coach Lucien Favre lange nicht viel eingefallen. Die einzige gute Chance für die Westfalen hatte Alcacer, der nach Vorarbeit von WM-Held Mario Götze einen Schritt schneller als Abwehrspieler Robin Knoche war, das Leder mit rechts aber über den Querbalken setzte (19.).

Auch die Wölfe näherten sich nach rund einer halben Stunde erstmals dem Gehäuse von BVB-Keeper Roman Bürki an. Nach Vorlage von Felix Klaus fälschte Zagadou den Schlenzer von Wout Weghorst noch leicht ab, der Schweizer Schlussmann machte sich ganz lang und wehrte zur Ecke ab (28.).

Auch in der zweiten Hälfte hielt der VfL den Favoriten durch konsequente Abwehrarbeit und sicheres Passspiel im Aufbau oft vom eigenen Tor fern und hätten einen Punktgewinn verdient gehabt – doch dann kam Paco Alcacer.

Tore: 1:0 Alcacer (90.+1, direkter Freistoß), 2:0 Alcacer (90.+4, Sancho).

VfL: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Guilavogui – Gerhardt, Arnold – Klaus (67. Steffen), Mehmedi (81. Ginczek) – Weghorst.

Zuschauer: 81 365 (Signal-Iduna-Park, ausverkauft).

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